64-Jähriger erschießt eigenen Sohn – 29-Jähriger war «psychisch auffällig»

Beckingen (dpa) – Familiendrama im Saarland: Ein 64-Jähriger hat am Neujahrstag nach eigener Aussage seinen Sohn erschossen. Die Tat geschah laut Polizei gegen 14 Uhr in der Wohnung des Mannes in Beckingen im Kreis Merzig-Wadern. Sein 29-jähriger Sohn sei psychisch auffällig gewesen und in der Vergangenheit schon häufiger Grund für polizeiliche Einsätze gewesen. Bei Vater und Sohn handelt es sich laut Polizei um Deutsche.

Der 64-Jährige rief selbst die Polizei an, die den 29-Jährigen am Tatort tot vorfand, wie ein Sprecher sagte. Der Vater ließ sich widerstandslos festnehmen und hat die Tat gestanden. In der ersten polizeilichen Vernehmung gab der Mann an, Angst vor seinem Sohn gehabt zu haben. Dieser war laut Polizei «widerrechtlich» in die Wohnung des Vaters eingedrungen.  Für die Tat benutzte der 64-Jährige eine Pistole, die nach bisherigen Erkenntnissen nicht eingetragen war. Die Obduktion der Leiche ergab nach Polizeiangaben «Tod durch Schussverletzung».

Jahrelang schwelende Konflikte und eine tiefe Verzweiflung sind laut Staatsanwaltschaft vermutlich das Motiv für das Familiendrama gewesen. Der erschossene 29-jährige Sohn war wohl drogenabhängig, sagte der Saarbrücker Oberstaatsanwalt Christoph Rebmann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Staatsanwaltschaft verzichtete darauf, Untersuchungshaft zu beantragen. Denn trotz des dringenden Tatverdachts ist laut Rebmann keiner der drei theoretisch möglichen Haftgründe gegeben: Wiederholungs-, Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Bei dem geständigen, an einer Stoffwechselkrankheit leidenden und nicht vorbestraften Vater liege auf dem ersten Blick kein Mordmerkmal vor. Somit müsse er wohl mit einer Anklage wegen Totschlags rechnen, sagte der Oberstaatsanwalt. Notwehr sei vermutlich auch nicht im Spiel gewesen.

02.01.2018  wel
aktualisiert:  03.01.2018  wel