Aggressionen gehören zum Alltag – Was können Sie als Lehrer tun?

Klar müssen Jugendliche lernen sich durchzusetzen. Aber Mobbing-Attacken gegen Mitschüler haben damit nichts zu tun. Mobbing löst sich nicht von selbst in Wohlgefallen auf. Lehrer und Lehrerinnen haben hier die Pflicht, ja sogar die juristische Pflicht, aktiv einzuschreiten.

Helfen Sie sich gegenseitig!
Werden Sie aktiv, binden Sie das Kollegium mit ein. Sprechen Sie konkret über die betreffenden Schüler. Sie werden schnell merken, dass Sie nicht alleine stehen. Holen Sie sich unter Umständen auch die Unterstützung des Rektors oder der Rektorin. Binden Sie den Schulpsychologen ein. Dafür ist er da.

Treten Sie zu zweit auf!
Achten Sie darauf, dass wirklich immer ein weiterer Kollege bei der Pausenaufsicht anwesend ist. Bei Klassenfahrten sollen Sie nur mit Kollegen zusammen fahren, auf deren Rückendeckung Sie sich verlassen können.

Ständiger Informationsaustausch
Die wichtigste Voraussetzung beim Aufdecken von Gewalt an Schulen und auch in der Prävention von Gewalt ist der ständige Austausch zwischen Lehrern und Eltern. Treten Sie mit den Eltern in Kontakt! Da diese nicht mit auf der Schulbank sitzen, wissen sie nichts vom Treiben ihrer Sprösslinge. Sie können es ihren Kindern oft nicht an der Nase ansehen, wenn sie Opfer von Gewalttätigkeiten geworden sind oder gar am Ende selbst Gewalt ausüben.

Bilden Sie sich und ihre Schüler fort!
Nutzen Sie Seminare und Fortbildungen zum Thema Gewalt an Schulen. Es gibt zum Beispiel spezielle „Coolness-Trainings“ und „Provokationstests“ für Ihre Schüler. Regen Sie solche Kurse an Ihrer Schule an! Diese Programme werden von Lehrerfortbildungsinstituten, freien Trägern, und Weiterbildungsinstituten angeboten.

Fragen Sie Ihren Schulleiter!
Regen Sie die Einführung von sogenannten Schlichterprogrammen beziehungsweise Mediatorenausbildungen an! Hier werden Schüler mit Hilfe von externen Mediatoren – Sozialpädagogen, Psychologen, Erziehern oder Lehrern – zu Streitschlichtern ausgebildet. Erfahrungen haben gezeigt, dass Mediatoren es in den meisten Streitfällen schaffen,  zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen.

Nutzen Sie Erlebnispädagogik!
Während einer Klassenfahrt, die zum Beispiel durch die Organisation eines Veranstalters für Klettertouren zu einer „Adventure-Tour“ wird, können Ihre Schüler Teamgeist erlernen und individuelle Fähigkeiten zeigen und nutzen. Sozialpädagogen raten, durch gemeinsame Unternehmungen unliebsame Verhaltensformen zu ändern.

Nutzen Sie alle Möglichkeiten!
Wenn gar nichts mehr hilft, kann der Schüler vom Unterricht ausgeschlossen oder sogar von der Schule verwiesen werden. Nehmen Sie Unruhe stiftende Kinder, deren Eltern jede Verantwortung ablehnen, nicht auf Klassenfahrten mit! Stellen Sie klare Regeln im Unterricht auf und strafen Sie auch, wenn nötig! Weiß der Schüler genau, warum er bestraft wird, ist das eine konstruktive Art der Konfliktlösung. Heben Sie gutes Sozialverhalten hervor! Es geht nicht immer nur ums Pauken und um gute Zensuren …