Brandgefährliche Ladung – Begehrt: Illegale Böller aus Polen

Begehrt: Illegale Böller aus Polen

Zollamtmann Detlef Ungibauer vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder) zeigt einen kleinen Teil des bisher beschlagnahmten Silvester-Feuerwerks aus Polen. In einem speziellen Container lagern einige hundert Kilogramm Silvester-Feuerwerk, das in Deutschland verboten ist.

Zollamtmann Detlef Ungibauer vom Hauptzollamt Frankfurt (Oder) zeigt einen kleinen Teil des bisher beschlagnahmten Silvester-Feuerwerks aus Polen – einige hundert Kilogramm Böller und Raketen, die höchst gefährlich und deshalb in Deutschland verboten sind.

Baruth (dpa) – Verstümmelte Finger, Verbrennungen im Gesicht, weggefetzte Hände: Auf einem Sprengplatz in Baruth (Teltow-Fläming) demonstriert der Zoll die Explosionsgewalt von illegalem Feuerwerk aus Polen: Vier kleine Kisten mit 36 illegalen Knallkörpern der Klasse vier im Kofferraum eines Kleinwagens genügten, um diesen zu zerfetzen. «Wenn sich Menschen im Wagen befunden hätten, wäre keiner mit dem Leben davon gekommen», sagt Zollsprecherin Astrid Pinz nach der Aktion in Baruth.

Daher dürfen in Deutschland nur speziell ausgebildete Experten Profiböller transportieren. Für Unbedarfte sei der Umgang und Transport von Feuerwerk der Klassen drei und vier zum Teil lebensgefährlich, erklärte Pinz. In Polen sind solche Profiböller nicht verboten. Sie werden allerdings nur an Menschen verkauft, die mindestens 18 Jahre alt sind. «In Deutschland ist dieses Feuerwerk in Laienhand verboten und wird nach dem Sprengstoffrecht geahndet», erklärt Astrid Pinz.

Trotz dieser Gefährlichkeit steigt der Import solcher illegalen Böller. 2015 beschlagnahmte der Zoll an Oder und Neiße 3,5 Tonnen. Für 2016 rechnen die Zöllner mit einem Rekord beim Fund illegaler Pyrotechnik. So wurde Ende November bei Forst sogar ein Lastwagen mit fünf Tonnen illegaler Knallkörper gestoppt – eine rollende Bombe.

Foto: Patrick Pleul / dpa

19.12.2016  wel