Cholera

Die Cholera ist eine Durchfallerkrankung, die durch Bakterien („Vibrio cholerae“ oder heute „Vibrio el Tor“) ausgelöst wird. Die Krankheit ist bereits seit dem 6. Jahrhundert v. Chr. in Indien bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert verbreitete sie sich – begünstigt durch die Dampfschifffahrt – weltweit aus. Dem Deutschen Robert Koch gelang es 1883, als erster aus dem Darm verstorbener Patienten eine Reinkultur zu züchten. Er ermöglichte damit die Entwicklung einer Therapie.

Die Übertragung des Choleraerregers erfolgt zumeist über verseuchtes Trinkwasser. Mit der Einbringung von Erregern in die Trinkwasserversorgung einer Großstadt können theoretisch Millionen Menschen infiziert werden. Allerdings verfügen die Wasserversorger in der westlichen Welt über ein ausgedehntes und sehr schwer zu überwindendes Sicherheitsnetzwerk aus mechanischen, elektronischen, biologischen und chemischen Abwehr- und Analyseverfahren. Die Trinkwasserversorgung in Deutschland gilt als außerordentlich sicher!

Diagnose, Wirkungsweise und Krankheitsbild
Die Diagnose des Erregers erfolgt über eine Stuhlprobe. Hier gilt es zu beachten, daß die Cholera-Erreger sehr empfindlich auf Trockenheit reagieren. Der Transport ins Labor muss also unbedingt in einem feuchten Medium stattfinden (etwa durch Wasserzugabe).

Nach einer Inkubationszeit von zwei bis fünf Tagen beginnt die Erkrankung mit schweren Durchfällen. Der Flüssigkeitsverlust kann bis zu 25 Liter pro Tag betragen. Es kommt infolge dessen zu einer regelrechten Austrocknung des Körpers mit verschiedenartigen Folgeerkrankungen: Muskelkrämpfe, Nierenversagen bis hin zum Kollaps. Durch die Verdickung des Blutes kann es auch zu Gefäßverschlüssen kommen. In einzelnen Fällen sterben die Menschen bereits, bevor die Durchfälle begonnen haben. Die Sterblichkeitsrate liegt bei unbehandelten Fällen um die 60 Prozent.

Vorbeugung und Behandlung
Erkrankte Personen müssen unbedingt in Quarantäne. Der Zeitraum ist auf fünf Tage festgesetzt.

Eine Schutzimpfung ist in Deutschland möglich. Sie verleiht einen Schutz von drei bis sechs Monaten. Die Schutzrate liegt allerdings nur bei 50 bis 60 Prozent.

Außerordentlich wichtig bei einer bereits erfolgten Infizierung ist der Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes. Er erfolgt aber nicht über das „normale“ Trinken. Die Flüssigkeit rast nämlich regelrecht durch den Körper und würde wieder ausgeschieden sein, bevor sie aufgenommen werden könnte. Statt dessen werden in Krankenhäusern unter ärztlicher Aufsicht Infusionen mit einer speziellen Salzlösung gegeben, die den Elektrolythaushalt wieder in Ordnung bringen und den Zuckerverlust ausgleichen.

Es gibt keinerlei Hinweise darauf, dass Terroristen Cholera-Erreger haben und einsetzen können.