Die erschreckende Realität – Einige Fälle aus der Praxis

Jede Hilfe zu spät
Ein 52-jähriger Kraftfahrer saß gemütlich zu Hause, als er Besuch von der Polizei  bekam. Die Fahnder wurden fündig: 2.000 Fotos auf seiner Festplatte und auf Disketten. Meist Bilder, die ein achtjähriges Mädchen beim Missbrauch und Oralsex zeigen. Später stellte sich heraus: Das Kind war die Tochter der Lebensgefährtin. Der Missbrauch fand in den eigenen vier Wänden statt. Der Peiniger wurde zu einer hohen Haftstrafe verurteilt. Für das Mädchen ein schwacher Trost.

Ballettschule verweist auf Pornoseiten
Die Inhaberin einer Münchner Ballettschule hat Bilder von tanzenden Mädchen und Jungen als Anschauungsmaterial für Pädophile zur Verfügung gestellt. Die betroffenen Kinder und deren Eltern wussten davon nichts. Neben den Fotos war eine „Information für Eltern“ zu lesen, die die persönliche Meinung der Inhaberin wiedergab. Außerdem ein direkter Link auf die Seite eines Pädophilen-Portals. Sie betrachtete dies als therapeutische Maßnahme für Menschen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Der Hintergrund: Die Inhaberin der Tanzschule wollte sinnvollen Kinderschutz von der anderen Seite anpacken.

Taschengeld aufbessern?
Ein 19-Jähriger aus dem Raum Pforzheim ging den Ermittlern des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg ins Netz. Er richtete bei einem Internetbetreiber eine Homepage mit insgesamt 181 pornografischen Bildern ein, davon 41 aus dem Bereich der Kinderpornografie. Innerhalb von nur zwei Monaten griffen weltweit mehr als 10.000 Kunden bei über 146 Providern insgesamt 562.137 Mal auf die kinderpornografischen Bilder zu. Der nicht vorbestrafte Schüler wurde wegen Verbreitens und Besitzes von Kinderpornografie im Internet zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Sein Tatmotiv: Er wollte sein Taschengeld aufbessern.

„Berufsekler“ oder mehr?
Ein Brief erreichte die Redaktion e110. Der Schreiber ist männlich und schildert, wie er in einem einschlägigen Magazin eine Kleinanzeige „Privatpornos zu verkaufen“ entdeckte, die eindeutig auf Kinderpornografie hinwies. Statt die Polizei zu informieren, kam er auf die Idee, die Sache selbst in die Hand zu nehmen: Er ließ sich Informationsmaterial zusenden und bestellte sogar einige Videos. Mit diesen vermeintlich knallharten Indizien ging er zur Polizei und musste feststellen, dass er sich dadurch selbst strafbar gemacht hatte.

Eine Schule im Mittelpunkt
Eine italienische Schule stand im Zentrum der Ermittlungen gegen einen Pädophilen-Ring, der seit Jahren Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht hatte. Die Männer sprachen gezielt auf Spielplätzen, Parks und in Diskotheken Kinder und Jugendliche an und missbrauchten sie. Die Zahl der betroffenen Opfer wurde auf 130  geschätzt. Außerdem wurden 30.000 Aufnahmen des Missbrauchs ins Internet gestellt. Ermittlungen liefen unter anderem gegen einen Arzt und einen Psychologen. Der Kopf der Bande: ein Ex-Polizist.