Diese Wohnung ist Schrott

Hauptgewinn führt in die Pleite

(XY-Spezial vom26.Oktober 2016)
Ein 48-jähriger Familienvater nimmt an einem Gewinnspiel teil. Kurz darauf kommt der Anruf: „Sie haben gewonnen – den Hauptgewinn!“ Doch als er seinen Preis abholen will, stellt sich heraus, dass der 5.000-Euro-Gewinn nur mit dem Kauf einer Immobilie verrechnet werden kann.

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XY-Szenenfoto: Im Einkaufszentrum wird ein Gewinnspiel veranstaltet.

Die Argumente sind gut: Die Immobilie trage sich aufgrund der Mieteinnahmen quasi von selbst. Man könne sogar Steuern sparen. Der stolze Gewinner bekommt eine sanierte Muster-Wohnung gezeigt. Er ahnt nicht, dass das nicht die Immobilie ist, die er kaufen wird. Er entscheidet sich für den Kauf zweier Wohnungen für insgesamt knapp 150.000 Euro.

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XY-Szenenfoto: Der Hauptgewinn in einer Lotterie treibt ein Ehepaar in die Schuldenfalle.

Dramatische Folgen
Den Kredit haben die Mitarbeiter der Immobilienfirma besorgt. Der Notar besiegelt den Kaufvertrag. Der frischgebackene Immobilienbesitzer ahnt nicht, dass die gekauften Wohnungen in einem ruinösen Zustand und deshalb nicht zu vermieten sind.

Der Schwindel fällt erst nach zwei Monaten auf. Dem Familienvater wird klar, er hat völlig überteuerte Wohnungen gekauft und muss nun den Kredit abbezahlen – ohne Miteinnahmen. Der Schuldendruck ist so groß, dass er alles verliert – seine eigene Wohnung, die Beziehung zu seiner Partnerin, seine Familie.

Die Masche: Immobilienbetrug
Das Übel nimmt meist seinen Anfang mit einem Gewinnspiel und dem angeblichen Hauptgewinn. Aber auch telefonische Meinungsumfragen oder Umfragen sind Lockmittel und werden dazu genutzt, die finanzielle Situation potentieller Opfer auszuspionieren und an private Daten zu kommen.

Dann wird den Opfern ein „besonders lukratives“ Wohnungsangebot nahe gebracht. Zeitdruck spielt dabei immer eine große Rolle. Die Opfer werden angehalten, so schnell wie möglich die Kaufverträge zu unterschreiben. In den meisten Fällen haben sie die Immobilie noch nicht einmal zu Gesicht bekommen. Erst später wird klar: Die Betroffenen haben Schrottimmobilien erworben.

Vorbeugetipps zum Thema „Immobilienbetrug“:

  • Vorsicht bei lukrativen Wohnungsangeboten, die Sie ungefragt bekommen!
  • Viele Betrüger bieten ein „Rundum-Sorglos-Paket“. Sie kümmern sich um alles: vom Verkauf über den Kreditantrag bei der Bank bis zum Notartermin. Seien Sie vorsichtig, wenn eine Firma alles für Sie übernehmen möchte!
  • Bestehen Sie darauf, die angebotene Immobilie ansehen zu dürfen!
  • Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen!
  • Prüfen Sie alle Unterlagen genau, bevor Sie sich für oder gegen eine Unterschrift entscheiden!
  • Holen Sie sich auf jeden Fall Rat bei einem unabhängigen Fachmann!