Dummes Geschwätz löst Alarm aus – Flugpassagier will Kontrahenten eins auswischen

Sie wollen von Stuttgart nach Warna in Bulgarien fliegen – doch daraus wird zunächst nichts. Wegen eines vermeintlichen Anschlags müssen 180 Passagiere ihre Reise unterbrechen. Grund ist wohl ein schlechter Scherz.

Stuttgart (dpa) – Wegen eines vermuteten Anschlags ist am Stuttgarter Flughafen ein Flugzeug mit 180 Menschen evakuiert worden. Die vermeintliche Bedrohung stellte sich dann jedoch als Fehlalarm heraus, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Nach bisherigen Erkenntnissen war der Hintergrund ein Streit zwischen Passagieren: Wohl um ihm eins auszuwischen, bezichtigte einer der Reisenden einen anderen Fluggast, einen Anschlag zu planen.

Die Reisenden mussten die Maschine von Bulgarian Air Charter mit Warna in Bulgarien als Reiseziel daraufhin verlassen. Die Bundespolizei stoppte die Beladung, räumte die Maschine und prüfte das Flugzeug, die Passagiere und ihr Gepäck zusammen mit einem Sprengstoffsuchhund. Verdächtige Gegenstände wurden nicht gefunden.

Das wird ein teurer «Scherz» 
Sollte ein Reisender den anderen tatsächlich absichtlich falsch beschuldigt haben, sei das ein «übler Scherz», sagte der Sprecher der Bundespolizei. Ihm zufolge dürfte das für den Verursacher teuer werden. Denn er müsste für die Kosten der Aktion aufkommen. Zudem kämen mehrere Straftatbestände in Frage – wie etwa die Erregung öffentlichen Ärgernisses durch Androhung von Straftaten.

Die Reisenden, die eigentlich um 11.40 Uhr starten wollten, saßen am frühen Nachmittag noch immer am Flughafen fest. Der restliche Flugbetrieb sei aber «zu keiner Zeit» beeinträchtigt gewesen, betonte ein Sprecher des Flughafens.

Archivfoto (Stuttgarter Flughafen):  Christoph Schmidt / dpa

18.06.2017  wel