Münzdiebe wollen Spuren verwischen – Löschschaum in beschlagnahmtem Auto versprüht

Eigentlich sollten sich Polizisten mit Schutzmaßnahmen vor Einbrechern auskennen. Dennoch können sich immer wieder Unbefugte Zutritt zu Arealen der Berliner Behörde verschaffen. So auch im Fall des spektakulären Berliner Goldmünzen-Diebstahls.

Sicherstellungsgelände der Polizei in Berlin-Schöneberg.

Berlin (dpa) – Nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus dem Bode-Museum in Berlin haben  Unbekannte versucht, auf einem Gelände der Polizei mögliche Spuren zu verwischen. Dazu sollen sie sich Zugang zu einer Halle auf dem Polizeigelände verschafft und den Inhalt eines Feuerlöschers in eine beschlagnahmte Limousine gesprüht haben. Das Auto war am 5. Juli beschlagnahmt worden, nachdem es für ein  illegales Autorennen benutzt worden war.

Der Versuch, Spuren in dem sichergestellten Auto zu beseitigen, ist laut Berliner Staatsanwaltschaft aber gescheitert. Bei der Untersuchung des Autos hatte man Goldanhaftungen gefunden, so dass man davon ausgehe, dass Verbindungen zum Goldmünzen-Diebstahl im Bode-Museum bestehen, sagte Behördensprecher Martin Steltner heute.

Eine Woche nach diesem Vorfall hatte die Polizei bei einer Razzia im Zusammenhang mit dem Münzdiebstahl mehrere Männer festgenommen. Von ursprünglich vier Verdächtigen sind inzwischen noch zwei in U-Haft.

Organisierte Kriminalität 
Die Staatsanwaltschaft hatte damals mitgeteilt, sie gehe von einer organisierten Bandenstruktur aus. Die Ermittlungen richteten sich gegen einen arabisch-stämmigen Clan. Die 100 Kilogramm schwere Münze mit einem reinen Goldwert von 3,7 Millionen Euro war Ende März gestohlen worden – von der Beute fehlt jede Spur (e110 berichtete).

In der vergangenen Zeit waren mehrere Einbrüche bei der Berliner Polizei bekannt geworden. Im September hatten unbekannte Täter Vitrinen und Schaukästen im Polizeimuseum aufgebrochen und Antiquitäten gestohlen. Am vergangenen Freitag erst war auf einem Sicherstellungsgelände der Berliner Polizei eingebrochen worden. Ein 31-Jähriger habe versucht, in Berlin-Biesdorf einen Wohnwagen aufzubrechen.

Beamte hatten den Wagen am Tag zuvor sichergestellt. Der Mann wurde vorläufig festgenommen. Gegen ihn wird wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Die Polizei wollte zu den Hintergründen keine weiteren Angaben machen.

Archivfotos: dpa

14.11.2017  wel
aktualisiert: 16:30 Uhr  wel