Hinweis war wohl ein Gerücht – Graböffnung: Vermisste soll auf Friedhof liegen

Eine junge Frau wird seit neun Jahren vermisst. Jetzt hat die Polizei im Grab eines alten Mannes nach Spuren gesucht.

Auf dem Friedhof im Wolfenbütteler Ortsteil Fümmelse öffnete die Polizei ein Grab. Hinweisen zufolge soll hier eine vermisste Frau heimlich begraben worden sein.

Wolfenbüttel (dpa) – Auf der Suche nach einer seit neun Jahren verschwundenen jungen Frau aus Niedersachsen hat die Polizei gestern ein Grab geöffnet – vergeblich. Es wurden keine sterblichen Überreste der Vermissten gefunden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Celle, Lars Janßen.

Anlass der Graböffnung waren Hinweise von Zeugen, wonach die Leiche der damals 18-jährigen Nienburgerin auf dem Friedhof in Wolfenbüttel liegen könnte. Dies habe sich aber nicht bestätigt.

Die junge Frau war 2008 verschwunden. Sie hatte am Abend des 13. September die elterliche Wohnung in Nienburg verlassen und war dann zuletzt bei ihrem damaligen Freund in Celle gesehen worden. Anschließend verliert sich die Spur der 18-Jährigen.

Unter Mordverdacht 
Die Polizei ermittelte damals zunächst gegen den 20-jährigen Freund der Frau wegen des Verdachts, diese getötet zu haben. Der Mann, der heute nicht mehr in Celle lebt, bestritt die Vorwürfe. Auf der Suche nach der Vermissten und nach möglichen Beweismitteln wurden damals die Fußböden in einem verdächtigen Wohnhaus aufgestemmt und mehrere Waldgebiete mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei durchsucht. Alles ohne Erfolg. Auch ein von den Eltern der jungen Frau beauftragter Privatdetektiv konnte den Fall nicht klären.

Nach jüngsten Zeugenaussagen hatte die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft Celle die Ermittlungen wieder aufgenommen. In diesem Zusammenhang ließ sie das Grab öffnen, in dem ein Großvater des damaligen Freundes der Vermissten bestattet ist. In dem Grab seien allerdings weder sterbliche Überreste der jungen Frau noch andere Spuren oder Gegenstände gefunden worden, die zur Aufklärung des Falles führen könnten, sagte Oberstaatsanwalt Janßen. Da die Ermittlungen unabhängig davon andauern, wollte er keine weiteren Angaben machen.

Foto: Werner Heise / dpa

13.09.2017  wel