„Home-Jacking“ – Alptraum im Schlafzimmer

Sie kommen nachts, wenn alles schläft. Mit schwerem Gerät brechen sie Türen und Fenster auf, durchsuchen Zimmer, wühlen in Schränken und Schubladen, bis sie gefunden haben, wonach sie suchen: die Autoschlüssel. Bis das Opfer den Auto-Diebstahl bemerkt, sind die Täter mit ihrer Beute meist schon über alle Berge. Der Schaden durch „Home-Jacking“ geht mittlerweile in die Millionen.

Die Definition:
Mit dem Begriff „Home-Jacking“ beschreibt die Kriminalpolizei Wohnungseinbrüche, durch die Verbrecher in den Besitz von Autoschlüsseln und Fahrzeugen kommen. Diese Art des Autodiebstahls war zunächst in Belgien verbreitet. Längst sind auch in Deutschland vermehrt „Home-Jacker“ aktiv.

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Die Gangster haben es bei dieser Diebstahlvariante meist auf Luxuslimousinen mit spezieller Ausstattung abgesehen. Sie machen es sich zunutze, dass die meisten Menschen ihre Schlüssel eigentlich immer an derselben Stelle aufbewahren: am Schlüsselbrett gleich hinter der Haustür. Die Täter brauchen nur die Tür zu knacken, den Schlüssel zu entwenden und schon können sie das Auto starten.

Die Täter:
Homejacker gehen meist zu dritt ans Werk. Sie suchen gezielt nach hochklassigen Autos mit bestimmter Ausstattung und Farbe, für die es in der Regel bereits einen Käufer gibt. Zunächst werden Opfer, Fahrzeug und Abstellorte ausgespäht, danach erfolgt der Zugriff. Oft teilen sich die Ganoven die Arbeit: Einer steht Schmiere, der zweite bricht ein, der dritte fährt das gestohlene Auto.

Die Opfer:
Meist werden Besitzer hochklassiger Autos ausgesucht, die in frei stehenden Häusern, in einer gehobenen Wohngegend und in der Nähe einer Autobahn wohnen. Sorgen Sie also vor und machen Sie ihr Haus einbruchssicher! Ist Ihr Heim sicher, dann ist auch Ihr Auto vor „Home-Jackern“ geschützt.

Der Beutezug:
In der Regel sind „Home-Jacker“ zwischen zwei und fünf Uhr morgens aktiv, also wenn die Besitzer daheim sind. Mit professionellem Werkzeug verschaffen sich die Täter Zugang ins Haus. Dann durchsuchen sie die Wohnung nach den Autoschlüsseln. Dabei werden oft auch noch handliche Dinge gestohlen, die in der Nähe der Schlüssel liegen, z.B. Bargeld oder Handys. Werden die Diebe nicht fündig, wecken sie auch schon mal die Hausbewohner. Dann stehen die maskierten Männer plötzlich neben dem Bett des Autobesitzers und verlangen die Autoschlüssel …

Was tun, wenn Homejacker im Haus sind?

  • Denken Sie zuallererst an Ihre Sicherheit und Gesundheit. Sie und Ihre Familie sind wichtiger als Ihr Fahrzeug!
  • Bewahren Sie Ruhe und geraten Sie nicht in Panik!
  • Verschließen Sie den Raum, in dem Sie sich befinden und rufen Sie gegebenenfalls laut um Hilfe!
  • Sofern Sie die „Home-Jacker“ gefahrlos beobachten können, merken Sie sich Aussehen, Fahrzeug und Kennzeichen!
  • Greifen Sie nicht ein, um die Täter an der Flucht zu hindern!
  • Rufen Sie die Polizei über Notruf 110, wenn das ohne Risiko möglich ist!
  • Leisten Sie keinen Widerstand, wenn Sie bedroht werden!
  • Geben Sie den „Home-Jackern“ die Autoschlüssel, oder verraten Sie, wo diese zu finden sind!
  • Verstecken Sie die Autoschlüssel nicht vorsorglich! Denken Sie daran: Die Täter werden sich, wenn nötig, an Sie wenden!

Schlüssel sicher verwahren!
Wenn Sie in den Urlaub fahren und das nicht mit Ihrem eigenen Auto, dann parken Sie Ihren Wagen in der Garage! Schließen Sie diese ab und verschließen Sie den Wagen- und den Garagenschlüssel in Ihrer Wohnung an einem sicheren Ort!