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"XY"-Sendung vom 21. September 2011

Wurde Dieb zum Mörder? Vermutlich entdeckte das Opfer den Gauner

(XY vom 21. September 2011)
Am 3. Februar 2009 wird die 70-jährige Witwe Christa Müller tot in der Garage ihres Einfamilienhauses in Berlin-Reinickendorf aufgefunden. Die Polizei stellt fest: Sie ist ermordet worden. Doch wer könnte ein Motiv haben, die Frau umzubringen? Sie war allseits beliebt. Aufgrund der Spuren am Tatort und einiger Zeugenbeobachtungen entwickelt die Polizei eine Theorie, wie es zu der schrecklichen Tat gekommen sein könnte.

Nachdem ihr Mann 2005 gestorben ist, lebt Christa Müller allein in ihrem Häuschen im Berliner Bezirk Reinickendorf. Doch sie ist nicht einsam. Im Gegenteil: Sie hat einen großen Freundeskreis, den sie hegt und pflegt. Jeder kennt Christa Müller als stets freundlich, hilfsbereit und gesellig.

Besuch von Dieben?
Am Montag, dem 2. Februar 2009, bekommt Christa Müller Besuch. Zwischen 17 und 19 Uhr muss es an der Haustür geklingelt haben. Vor der Haustür - so die These der Kripo - stand ein fremder Mann, der die Hausbesitzerin wohl um eine Gefälligkeit gebeten hat. Christa Müller lässt ihn in ihre Wohnung. Dabei entgeht ihr vermutlich, dass der Besucher die Haustür nicht schließt oder wieder öffnet. Somit kann ein zweiter Mann das Haus unbemerkt betreten.

Vermutlich schleicht sich dieser Mann durch den Hausflur in die angrenzende Garage. Dort will er warten, bis Christa Müller schläft, und seinen Komplizen erneut ins Haus lassen. Gemeinsam könnten sie dann in aller Ruhe auf Beutesuche gehen. Doch es kommt anders.

In der Garage erdrosselt
Christa Müller und ihr Besucher befinden sich in der Küche. Vermutlich will die Witwe dem Mann etwas zu trinken anbieten und geht in die Garage, wo die Kästen mit dem Mineralwasser stehen. Als Christa Müller in die Garage kommt, muss sie den zweiten Mann entdeckt haben. Es kommt zu einer Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Täter zu einem in der Garage hängenden Kabel greift und die Frau damit erdrosselt. Das jedenfalls lässt sich aus der Auffindesituation später erkennen.

Nachdem Christa Müller tot ist, durchsuchen die Täter das Haus. So weit später festgestellt werden kann, fehlt Christa Müllers Armbanduhr, die sie in der Küche abgelegt hatte: eine wertvolle Rolex, die sie von ihrem Mann einst geschenkt bekam.

Bisher alles nur Theorie
Wenn die Theorie der Kripo zutrifft, ist Christa Müller das Opfer eines Gauners, der die Nerven verloren hat. Doch ob diese Überlegungen wirklich stimmen, wird erst dann feststehen, wenn die Täter überführt sind.

Geraubter Gegenstand:
Seit dem Mord fehlt Christa Müllers Damenarmbanduhr "Rolex", Modell "Oyster Datejust Lady", mit champagnerfarbenem Zifferblatt. Möglicherweise wurde die Uhr nach dem 3. Februar 2009 irgendwo gesehen oder zum Kauf angeboten.

Fragen nach Zeugen:
- Wer hat am Montag, 2. Februar 2009, in Berlin-Reinickendorf Beobachtungen gemacht, die mit dem Verbrechen in Zusammenhang stehen könnten?
- Wem sind am Tatabend zwischen 17 und 19 Uhr in Reinickendorf fremde Männer aufgefallen?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Zuständig:  Landeskriminalamt Berlin, Telefon: 030 / 46 64 91 13 33