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Polizistenmord noch ungeklärt

Seit drei Jahren ermittelt die Soko "Garage" vergeblich

Cottbus/Lauchhammer (dapd-lbg). Dichter Nebel verhüllt die Gräber auf dem kleinen Friedhof in Grünewalde bei Lauchhammer. Das Grab von Polizeihauptkommissar Steffen M. kann man im Dunst nur erahnen. "Vor drei Jahren waren hier bei der Beerdigung in seinem Geburtsort etwa 500 Trauergäste versammelt", erinnert sich der Grünewalder Ortsvorsteher Reinhard Lanzke. Die Trauerrede hielt der damalige Senftenberger Schutzbereichsleiter Jürgen Piesker. Der Witwe des 46-jährigen Polizisten und deren Sohn versprach der jetzige Kripoleiter der Polizeidirektion Cottbus, nicht eher zu ruhen, bis die Mörder gefasst sind.

Doch auch drei Jahre nach der brutalen Tat suchen Polizei und Staatsanwaltschaft noch immer nach den Tätern. "Eine heiße Spur gibt es bisher nicht", sagt der Cottbuser Oberstaatsanwalt Horst Nothbaum. Der Dienstgruppenleiter der Polizeiwache Lauchhammer war am Abend des 23. November 2009 blutüberströmt von seiner Ehefrau vor seiner Garage gefunden worden. Der Notarzt konnte nur noch den Tod von Steffen M. feststellen. Der Polizist befand sich den Angaben zufolge nicht im Dienst und trug auch keine Uniform. Laut Gerichtsmedizin soll er durch Stiche in Brust und Rücken sowie erhebliche Kopfverletzungen gestorben sein.

Mehr als 30 Polizeibeamte befassen sich in der Sonderkommission "Garage" noch immer mit dem unaufgeklärten Mordfall. Inzwischen stapeln sich rund 17.000 Blätter in etwa 100 Ermittlungsakten. "Bisher haben wir über 300 Zeugen vernommen", sagt Nothbaum. Etwa 1.000 Spuren und Sachbeweisen seien die Kripobeamten nachgegangen. Gegenwärtig würden 30 Bürgerhinweise bearbeitet. "Die Ermittlungen werden noch nicht eingestellt", kündigt der Oberstaatsanwalt an. Ein in Auftrag gegebenes forensisches Gutachten soll jetzt weiteren Aufschluss bringen.

Mit dem Auto des Opfers geflohen
"Das Motiv für die Tat ist bis heute unklar", sagt Nothbaum. Eine Beziehungstat wird von den Ermittlern ausgeschlossen. Die Täter waren nach dem Mord mit dem Auto des Opfers geflüchtet. Das beschädigte Fahrzeug wurde einen Tag später in der Nähe der sächsischen Landesgrenze bei Ortrand gefunden. Zuvor war der graue Opel Vectra mit dem Kennzeichen OSL-B 154 an einer Radaranlage zwischen Meißen und Riesa geblitzt worden. Am Steuer saß ein etwa 20- bis 40-jähriger Mann.

Der von der Polizei sofort in Umlauf gesetzte Fahndungsaufruf mit den Fotos des Fahrers und des Autos führte nach Polizeiangaben zu mehreren Hundert Hinweisen aus der Bevölkerung in Brandenburg und Sachsen. Das Brandenburger Innenministerium lobte für Angaben zur Aufklärung des Mordes 10.000 Euro aus. "Zwei vorübergehende Festnahmen waren die Folge", schildert Nothbaum. Doch die 28 und 37 Jahre alten Verdächtigen aus Gröditz (Sachsen) mussten wieder auf freien Fuß gesetzt werden. "Die vorgelegten Indizien reichten nicht für Haftbefehle", sagt der Oberstaatsanwalt.

So geht die Suche nach den Mördern des Polizisten weiter. Die Witwe von Steffen M. und der inzwischen 20-jährige Sohn haben auch drei Jahre nach der Tat den schweren Verlust nicht verarbeitet. Nach Angaben eines Polizeisprechers sind sie immer noch traumatisiert und wollen mit niemanden über das schreckliche Ereignis sprechen.

24.11.2012 Ta