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"XY"-Sendung vom 14. Dezember 2011

Mord am helllichten Tag - Wer erschoss Nilüfer Görgü?

(XY vom 14. Dezember 2011) 
Nilüfer Görgü arbeitet als Bürokraft. Als sie mittags auf dem Firmengelände in ihr Auto steigt, tritt eine unbekannte Person heran und schießt ins Fahrzeug. Nilüfer Görgü versucht zu fliehen. Nach wenigen Metern bricht die 38-Jährige von mehreren Schüssen getroffen zusammen und stirbt. Eine Woche nach der Beerdigung legt jemand eine schwarze Rose auf Nilüfer Görgüs Grab - das Symbol für einen "verdienten Tod".

Nilüfer Görgü lebt in Münster in der Nähe von Darmstadt. Sie ist in der Türkei geboren, aber in Deutschland aufgewachsen. Westlich und liberal erzogen, hat sie aber auch Interesse an spirituellen Lehren und Praktiken. Eine besondere Faszination übt auf sie die Wahrsagerei aus. Mehrfach besucht sie eine Wahrsagerin, um sich gegen Honorar die Zukunft vorhersagen zu lassen. Die wichtigste Frage ist, ob sie wieder heiraten wird.

Kontakte im Internet
Nilüfer Görgü ist geschieden und hat zwei Kinder. Das Leben als alleinerziehende Mutter wird für sie zur großen Herausforderung, auch finanziell. In den Monaten vor ihrem Tod hat sie Kontakt zu mehreren Männern. Sie sucht einen Partner, der auch bereit ist, die Vaterrolle bei ihren beiden Töchtern zu übernehmen. Doch die Bekanntschaften, die sie im Internet schließt, führen nicht zu einer festen Beziehung. Heute hält es die Kripo für wahrscheinlich, dass Nilüfer Görgü sich durch eine Liebschaft in Gefahr gebracht hat.

Ein guter Freund leiht ihr 2006 Geld für den Kauf eines Autos. Ihr eigenes Einkommen reicht dafür nicht aus. Um sich finanziell etwas besser zu stellen, nimmt sie einen Halbtagsjob im Büro einer kleinen Metallbaufirma in Eppertshausen an.

Mysteriöser Anruf
Am 25. Januar 2007 ist Nilüfer Görgü allein im Büro. Ihr Chef ist in den Urlaub gefahren. Sie telefoniert mehrmals an diesem Vormittag. Ihre Gesprächspartner sind der Polizei bekannt. Was zwischen 11 und 12.30 Uhr geschieht, ist bis heute rätselhaft. Vermutlich verlässt Nilüfer Görgü das Firmengelände mit ihrem PKW, um sich mit jemandem zu treffen. Denn in dieser Zeit wird von ihrem Mobiltelefon aus auf ihrem Büroanschluss angerufen. Warum sie von außerhalb ihre Nummer angewählt hat, lässt sich bisher nicht klären. Gegen 12.30 Uhr wird sie wieder an ihrem Arbeitsplatz gesehen.

Kurz nach 12.30 Uhr steigt sie in ihr Auto, das auf dem Firmenparkplatz steht. Sie hat gerade hinter dem Steuer Platz genommen, als eine unbekannte Person herantritt und  durch die Scheibe ins Fahrzeug schießt. Eine Kugel trifft Nilüfer Görgü. Sie schleppt sich noch aus dem Fahrzeug, da fallen weitere Schüsse. Nilüfer Görgü bricht tödlich getroffen zusammen.

Die schwarze Rose
Nach jahrelangen erfolglosen Ermittlungen stellt sich heraus: Eine Woche nach der Beerdigung auf dem Friedhof in Dieburg, im Februar 2077, muss jemand eine schwarze Rose mit roter Schleife auf das Grab der ermordeten türkischen Mutter gelegt
haben. Die Polizei ist überzeugt, dass es sich um einen makaberen Gruß des Täters oder der Täterin an die Ermordete handelt. Die Rose bedeutet: Du hast den Tod verdient. 

Fragen nach Zeugen:
-  Wer kann Angaben machen über Nilüfer Görgüs Männerbekanntschaften?
-  Wer hat sie oder ihren Wagen - einen schwarzen Peugeot 307, Baujahr 2005, mit dem Kennzeichen: DA-BE 9193 - am 25. Januar 2007 mittags gesehen?
-  Wer hat im Umfeld des Tatorts verdächtige Beobachtungen gemacht?
 
Waffen:
Tatwaffe war eine serbische Pistole, eine "Crvena Zastava" CZ 99. Sie wird vor allem beim Militär und bei der Polizei in Serbien genutzt. Sie ist aber auch die Dienstwaffe iranischer Offiziere.
Bei den Ermittlungen spielt eine weitere Pistole eine Rolle, eine "Ceska", Modell 75.

Zuständig: Kripo Darmstadt, Tel. 06151 / 969 48 48