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Polizei zerschlägt europaweit operierenden Dopinghändler-Ring

Köln (ddp-nrw). Die Polizei hat einen europaweit operierenden
Dopinghändler-Ring zerschlagen. Bei einer Razzia vor allem in Köln
und Düsseldorf wurden heute elf Wohnungen durchsucht und drei
Männer verhaftet, wie die Polizei in Köln mitteilte. Ein vierter, mit
Haftbefehl gesuchter Mann stellte sich. Insgesamt ermittelt die
Polizei gegen 20 mutmaßliche Mitglieder des Händlerrings, die enge
Verbindungen zur Türsteher- und Rotlichtszene haben sollen.

  Ein 39-jähriger Haupttäter soll den Vorwürfen zufolge einen
europaweit florierenden Schwarzmarkthandel mit Dopingmitteln
aufgezogen haben. Er selbst soll dabei als Geldgeber und zwei
Komplizen im Alter von 27 und 37 Jahren als Händler fungiert haben.
Dabei soll das Trio hoch professionell vorgegangen sein.

  Zur Verschleierung des Bezugs und Vertriebs der Arzneimittel
sollen die Tatverdächtigen ein Netz von Scheinfirmen im In- und
Ausland gegründet haben. Über Hersteller und Großhändler in Spanien
bezogen sie vor allem Arzneimittel mit dem in Deutschland als
Dopingmittel eingestuften, verschreibungspflichtigen Inhaltsstoff
«Stanozolol». Dieser wird insbesondere von Bodybuildern als
Dopingmittel missbraucht.

  Bereits an Heiligabend 2009 konnte die Polizei nach verdeckten
Ermittlungen im französischen Perthus fast 240 Kilogramm der Substanz
beschlagnahmen. Ziel der Lieferung war offenbar Ungarn. Vorige Woche
gelang es zudem dem Essener Zoll, eine weitere Lieferung über 190
Kilogramm bei einer unbeteiligten Speditionsfirma in Köln
sicherzustellen.

  Der Haupttäter soll den Vorwürfen zufolge außerdem zwischen 30 und
50 Kilogramm Marihuana nach Deutschland geschmuggelt und sich der
räuberischen Erpressung schuldig gemacht haben.

11.03.2010 SR