Gefahr in der Disco: K.O.-Tropfen
Berlin (ddp). Es ist farblos und flüssig, manchmal auch weiß und pulvrig. Es riecht nicht, sein salziger Geschmack verschwindet, sobald man es in ein Getränk mischt: Gamma-Hydroxybutansäure, kurz GHB, bekannt als Liquid Ecstasy oder Liquid. Die einen schlucken es als sogenannte After-Hour-Droge, um nach durchtanzter Nacht die Nachwirkungen von Aufputschmitteln zu mildern. Kriminelle flößen es Frauen ein, um sie zu vergewaltigen.
GHB ist günstig und heimtückisch. Im Nachtleben sind fünf Milliliter für 3 bis 15 Euro erhältlich. Bei einem Milliliter macht es glücklich, es enthemmt und steigert die sexuelle Lust. Schon bei zwei Milliliter wird man müde und willenlos. Noch ein Tropfen zu viel und man katapultiert sich ins Koma.
«Lass Dich nicht K.O. Tropfen!»
«Die Öffentlichkeit weiß noch viel zu wenig über die Gefahren dieser Droge. Vor ihr muss aber gewarnt werden», sagt der Homburger Rechtsmediziner Jochen Wilske. «Wir stehen hier am Anfang einer Entwicklung.« Der Missbrauch von GHB nehme eindeutig zu.
Seit Jahren häufen sich Warnungen der Polizei an Frauen, bei Disco-Besuchen ihr Getränk immer im Auge zu behalten. Das nordrhein-westfälische Justizministerium warnt mit der Aufklärungskampagne «Lass Dich nicht K.O.Tropfen!»
Bei Verdacht Urin aufheben!
Der Nachweis von Liquid Ecstasy gestalte sich schwierig, erklärt Rechtsmediziner Wilske. Da es die Erinnerung trübe, seien Opfer oft verunsichert, was gerade mit ihnen geschehen sei.
Daher rät Wilske, beim geringsten Verdacht den Urin für mögliche Tests aufzuheben und den Vorfall zu melden. Das Hauptproblem sei nämlich, dass GHB im Blut nur acht, im Urin zwölf Stunden nachweisbar sei. Erschwerend komme hinzu, dass GHB eine körpereigene Substanz, ein Neurotransmitter, sei und ein gewisser Pegel darum immer zu messen ist.
17.08.2008 Ta
aktualisiert: 23.02.2010 wel
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