War der Gärtner der Mörder? - Rentnerin im eigenen Haus erwürgt
Die allein lebende Rentnerin Jutta Abrodat ist froh über jede Hilfe. Mit ihren knapp 80 Jahren ist sie ganz offensichtlich überfordert mit Haus und Garten. Zwei Fremde bieten im Frühjahr 2009 ihre Dienste bei der Gartenpflege an. Zunächst läuft alles gut. Doch als es ums Bezahlen geht, schlägt der Täter zu.
Seit dem Tod ihres Mannes kümmert sich Jutta Abrodat allein um ihr kleines Einfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg. Obwohl sie noch durchaus fit ist, beschließt die alte Dame im Frühjahr 2009, für die Pflege von Haus und Garten Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Fleißige Helfer
Der inzwischen leicht verwilderte Garten fällt im Frühjahr 2009 vermutlich zwei Fremden auf. Sie bieten Jutta Abrodat ihre Hilfe an. Die Rentnerin nimmt das Angebot gerne an, zumal sich die beiden Männer mit fünf Euro Stundenlohn zufrieden geben. Das vertraut sie einer Bekannten an.
Im Mai 2009 werden die beiden Männer mehrfach gesehen, als sie im Garten der alten Dame überhängende Äste absägen, den Rasen mähen und andere längst fällige Arbeiten verrichten.
Schreckliche Entdeckung
Am Freitag, dem 22. Mai 2009 arbeitet Jutta Abrodat mal wieder selbst im Garten. Ihre beiden Helfer werden an diesem Tag nicht gesehen. Am Vormittag kauft die alte Dame in einer Hamburger Gärtnerei Blumen und pflanzt sie in den Vorgarten. Außerdem backt sie Brot, das sie später zu einem Kaffeekränzchen mitnehmen will. Doch am Nachmittag warten ihre Bekannten vergeblich auf Jutta Abrodat. Auch geht sie nicht ans Telefon.
Eine ihrer Bekannten ist beunruhigt und will vor Ort nach dem Rechten sehen. Doch auf ihr Klingeln und Klopfen öffnet niemand. Schließlich bittet sie die Nachbarn um Hilfe. Sie haben einen Schlüssel für das Haus. Als siegemeinsam das Haus betreten, machen sie eine schreckliche Entdeckung: Jutta Abrodat liegt tot im Wohnzimmer. Nichts deutet auf ein Verbrechen hin.
Würgemale
Jutta Abrodats Leiche wird routinemäßig in das Gerichtsmedizinische Institut gebracht. Dort sollen die Todesursache festgestellt werden. Die Rechtsmediziner kommen schnell zu dem Schluss, dass die alte Dame keineswegs eines "natürlichen Todes" gestorben ist. Sie finden Würgemale am Hals der Toten.
Die Mordkommission nimmt die Ermittlungen auf. Kriminaltechniker gehen in und am Haus der Verstorbenen auf Spurensuche. Und sie werden schnell fündig: An Gartengeräten in der Garage und im unmittelbaren Tatortbereich sichern sie dieselben Spuren. Für die Beamten legt das den Schluss nahe: Der Täter könnte einer der beiden Gärtner sein.
Streit um Lohn?
Anhand des Spurenbildes rekonstruieren die Ermittler den möglichen Tatablauf: Danach könnte einer der beiden Männer die alte Dame am Nachmittag besucht haben, um den Lohn für die Gartenarbeiten abzuholen. Als Jutta Abrodat ihr Portemonnaie von der Flurkommode nimmt, steht der Mann plötzlich hinter ihr und verlangt - so die Annahme der Ermittler - mehr Geld als ausgemacht. Er greift nach dem Portemonnaie, doch die alte Dame hält es fest.
Die Auseinandersetzung eskaliert, die Frau wird gewürgt und stirbt kurz darauf. Aus ihrem Portemonnaie fehlen mehrere hundert Euro. Von den beiden "Gärtnern" fehlt bis heute jede weitere Spur. Anhand von Zeugenaussagen hat die Kripo ein Phantombild von einem der Helfer angefertigt.
Beschreibung der "Gärtner":
Der ältere der beiden Männer soll 40 bis 50 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und schlank gewesen sein. Aufgefallen sind seine mittelblonden, etwas zerzausten Haare (Phantombild).
Sein "Kollege" ist angeblich 20 bis 30 Jahre alt, etwas kleiner - circa 1,70 Meter - und breitschultriger.
Beide Männer dürften keine gelernten Gärtner, sondern Gelegenheitsarbeiter gewesen sein.
Fragen nach Zeugen:
- Wem haben die Männer ebenfalls ihre Dienste angeboten?
- Wer hat die beiden Männer im Frühjahr 2009 in Hamburg gesehen?
Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.
Zuständig: Landeskriminalamt Hamburg, Telefon 040/42 86 50
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