"Abseits unseres Rechtsstaats"
Stuttgart (dapd). Die baden-württembergische Polizei hat kriminelle Motorradbanden verstärkt im Visier. "Wir werden rechtsfreie Räume im Zusammenhang mit Rockerkriminalität oder rockerähnlicher Kriminalität nicht dulden", sagte Innenminister Reinhold Gall (SPD) im baden-württembergischen Landtag. Das Land werde auch die erforderlichen Maßnahmen treffen und die Polizei bei der anstehenden Reform so organisieren, dass sie der Rockerkriminalität begegnen könne.
Gall sagte, kriminelle Motorradbanden wie die Hells Angels oder die Bandidos bereiteten den Sicherheitsbehörden "in der Tat nicht unerhebliche Probleme". Landesweit gebe es 43 organisierte Gruppierungen mit rund 800 Mitgliedern. Rockerähnliche Gruppierungen wie etwa die Black Jackets hätten rund 1.000 Angehörige. Sie führen zwar keine Motorräder, hätten sich in ihren hierarchischen Strukturen aber den Motorradbanden angepasst und stellten sich ebenfalls "abseits unseres Rechtsstaates".
Nach den Worten des Innenministers handelt es sich bei den Mitgliedern der Rockerbanden nicht um "harmlose Motorradfahrer", sie hätten ein hohes Maß an krimineller Energie. Auch wiesen sie ein hohes Maß an Gewaltbereitschaft auf. Erschwert werde die Arbeit der Sicherheitsbehörden durch das "unkooperative Aussageverhalten" der Rocker.
29.06.2012 dv
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