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Weißblaue Cyber-Cops

Internet-Spezialisten treten den Dienst an

München (dapd). In den Kampf gegen Verbrechen im Netz schickt die bayerische Polizei künftig Banker, Informatiker und Techniker. Von Sonntag (1. Juli) an werden fünf Internet- und vier Wirtschaftsspezialisten den Dienst im Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) aufnehmen, wie LKA-Präsident Peter Dathe in München mitteilte. Die Cypercops seien aus polizeifremden Berufen gewechselt und hätten ein Jahr eine verkürzte Polizeiausbildung durchlaufen.

Grund für die Einstellung der externen Experten sind die stark gestiegenen Kriminalitätsraten, gegen die sich die Polizei organisatorisch rüstet. Laut LKA nahmen die Straftaten im Bereich Internetkriminalität 2011 im Vergleich zum Jahr davor um 20 Prozent zu. Der entstandene Schaden erhöhte sich von 11 auf 29 Millionen Euro.

Online-Anlagebetrug boomt
Im Wirtschaftsbereich nahm online vor allem der Anlagebetrug bedrohliche Ausmaße an. Das LKA registrierte seit 2010 eine Steigerung von bis zu 150 Prozent. Insgesamt verursachten Wirtschaftsstraftaten im vergangenen Jahr einen Schaden von über 540 Millionen Euro im Freistaat.

"Das ist nicht allein von der Polizei zu bewältigen. Wir brauchen einen Schulterschluss mit der Industrie", betonte Dathe. Die Polizei müsse sich der Herausforderung des stets wachsenden und hoch dynamischen "Cybercrime"-Feldes anpassen. Mittlerweile gebe es kaum mehr ein Verbrechen, das keine Komponente im Internet habe. Und die betreffe nicht nur große Firmen, sondern jedermann.

Diesen Standpunkt vertraten auch die neuen LKA-Experten. Einer sagte, er habe aus moralischen Gründen seinen Job gekündigt, um die Polizei zu unterstützen. Hinter der LKA-Arbeit stecke eine "gewisse Sinnhaftigkeit", erklärte er.

30.06.2012 dv