Kokain zwischen Bananen – Drogenfahnder machen Dealerbande dingfest

In mehreren bayerischen Supermärkten tauchen im vergangenen Jahr viele Päckchen mit Kokain auf. Etwa acht Monate ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft zu den Hintergründen – mit Erfolg.

Ein Kameramann filmt im Landeskriminalamt Tüten mit Kokain und Müllsäcke mit Bananenkisten. In zehn Filialen einer großen Supermarktkette wurden damals in Bayern mehr als 180 kg Kokain in Bananenkisten gefunden.

München (dpa) – Fast eine Tonne Kokain haben Ermittler der bayerischen Polizei und des Zolls sichergestellt. Nach Angaben des Innenministeriums sind zwölf Mitglieder einer Drogenhändlerbande festgenommen worden. Sie sitzen inzwischen im Gefängnis. Der Stoff wurde in Bananenkisten nach Deutschland geschmuggelt. Spezialisten des Landeskriminalamts gehen davon aus, dass die Drogenbande insgesamt mit rund 1,8 Tonnen Kokain handelte.  Marktwert: etwa 400 Millionen Euro.

Im Zuge der Ermittlungen war Kokain auch in Nordrhein-Westfalen und in Hamburg sichergestellt worden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Die Festnahmen stehen im Zusammenhang mit einer Reihe von Kokain-Funden in bayerischen Supermärkten im September 2017. Damals waren in zehn Märkten quer durch den Freistaat Kokainpäckchen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 180 Kilogramm entdeckt worden (e110 berichtete jeweils). Es hatte einen Schwarzmarktwert von etwa zehn Millionen Euro.

Drogenkisten in einer Filialkette 
In der Stadt und im Landkreis Rosenheim waren insgesamt drei Supermärkte betroffen, in der Stadt und im Landkreis Passau in Niederbayern weitere drei. In Oberbayern wurden noch in Filialen in den Kreisen Berchtesgadener Land, Traunstein und Landsberg am Lech Drogen entdeckt. In Schwaben war ein Markt im Landkreis Augsburg betroffen.

Weil alle Geschäfte zu einer Handelskette gehörten, hatten Polizisten zahlreiche weitere Filialen und zwei Zentrallager auch mit Spürhunden überprüft. Im September waren zunächst aber keine weiteren verdächtigen Kisten gefunden worden.

Bereits damals war die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Südbayern von LKA und Zollfahndern mit den Ermittlungen zu dem Drogenschmuggel betraut. Am kommenden Mittwoch wollen der Münchner Generalstaatsanwalt Reinhard Röttle und der Leiter des Rauschgiftdezernats im Landeskriminalamt, Jörg Beyser, zusammen mit Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Details und Hintergründe zu dem Fund präsentieren.

Archivfoto:  Tobias Hase / dpa

15.05.2018  wel