Mord an Tristan weiter ungeklärt – Frankfurter Kripo tappt wieder im Dunkeln

Ermordet: Tristan Brübach (13).

Frankfurt/Main (dpa) – Bei der Suche nach dem Mörder des vor fast 20 Jahren getöteten Frankfurter Schülers Tristan hat sich wieder eine Spur zerschlagen. Der mutmaßlich sadistische Serienmörder Manfred S. aus dem Taunus, der mehrere Prostituierte getötet haben soll, ist nicht für den Tod des damals 13-Jährigen verantwortlich. Zu  diesem Schluss kommt die Frankfurter Polizei, wie die Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Carina Lerch, gestern mitteilte. Die «AG Tristan» bestehe aber fort, die Öffentlichkeitsfahndung nach dem Täter werde wieder aktualisiert.

Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft 20.000 Euro ausgesetzt. Ein Privatmann habe diese Summe zunächst um 80.000 Euro aufgestockt, die Zusage inzwischen aber wieder zurückgezogen, sagte Lerch. Unterdessen habe sich eine Bürgerbewegung gegründet, die das Grab von Tristan erhalten wolle. Die Ruhezeit laufe im nächsten Jahr aus. Tristans Eltern seien auch tot.

In diesem tunnelartigen Durchbruch unter den Gleisanlagen des Bahnhofs in Frankfurt-Höchst wurde die Leiche des 13-jährigen Tristan gefunden.

Der Schüler war am 26. März 1998 in einem Tunnel des Liederbachs nahe des Bahnhofs Frankfurt-Höchst grausam ermordet worden. Der Täter schnitt dem Jungen am helllichten Nachmittag die Kehle durch. Vom leblosen Körper schnitt er Muskelfleisch und die Hoden ab und nahm beides im Rucksack des Schülers mit. Ein Massentest von Fingerabdrücken, ein Phantombild und ein mit Hilfe eines Profilers erstellter Dokumentarfilm brachten keinen Ermittlungserfolg. Auch „Aktenzeichen XY… ungelöst“ hatte sich mit dem Fall befasst – leider ebenfalls ohne den erhofften Erfolg.

Archivfoto (Fundort): Arne Dedert / dpa
Portraitfoto: Polizei

10.10.2017  wel