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Ohne Rücksicht auf Verluste

Bankräuber schießt wild um sich

(XY-Sendung vom 14. Dezember 2016)
Zweimal wird in Wien ein- und dieselbe Bankfiliale überfallen. Der Modus Operandi, die Täterbeschreibungen und die Bilder aus der Überwachungskamera lassen darauf schließen, dass zweimal derselbe Mann am Werk war.

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Der erste Überfall ereignete sich am 14. März 2012. Der Täter stürmt in die Bank, springt über den Tresen und bedroht die Angestellten mit einer Pistole. Er entkommt auf einem Fahrrad. Doch auf der Flucht explodiert ein so genanntes Security-Pack, das der Täter unbemerkt mitgenommen hatte. Das erbeutete Geld wird rot eingefärbt, die Farbe lässt sich nicht mehr abwaschen.

Bilder aus Überwachungskameras zeigen den Täter beim ersten (l.) und zweiten (r.) Überfall.

Bilder aus den Überwachungskameras zeigen den Täter beim ersten und zweiten Überfall (von links).

Schüsse in der Bankfiliale
Die Bank zieht aus dem Überfall Konsequenzen und stellt einen Wachmann ein. Er postiert sich am Eingang der Bank. Beim zweiten Überfall am 27. Februar 2013 wird er niedergeschossen, als er sich dem Täter in den Weg stellt. Der Wachmann wird lebensgefährlich verletzt. Dennoch gelingt es ihm unbemerkt, einen Notruf abzusetzen. Währenddessen rafft der Täter so viel Geld wie möglich zusammen.

Als der Wachmann ihn trotz seiner Verletzung auffordert, endlich aufzugeben, schießt der Täter erneut in dessen Richtung. Die Kugel verfehlt ihr Ziel. Bei dem Überfall wird aber eine weitere Angestellte verletzt: ein Querschläger trifft ihr Bein.

Der Täter trug beim zweiten Überfall diesen Overall

Der Täter trug beim zweiten Überfall diesen Overall.

Beute färbt sich wieder rot
Auch diesmal nimmt der Täter aus Versehen ein Security-Pack mit, das explodiert. Mehrere Zeugen nehmen die Verfolgung des Räubers auf, woraufhin er weitere Schüsse abgibt. Einer durchschlägt die Glastür eines Kiosks und verfehlt einen Kunden um Haaresbreite. Schließlich steigt der Täter auf ein Fahrrad und flieht. Der Wachmann muss mehrmals operiert werden, kommt aber mit dem Leben davon.

Der Täter trug einen Fahrradhelm und schwarze Schuhe

Tatkleidung beim ersten Überfall: Fahrradhelm und schwarze Schuhe.

Täterbeschreibung:
1,85 bis 1,90 m groß, sportlich, möglicherweise Osteuropäer.
Kleidung beim Überfall am 14. März 2012: neongelbe Softshell-Jacke, darüber orangefarbene Warnweste, schwarzer Fahrradhelm mit silberfarbenem Muster, dunkle Brille, schwarze Schuhe mit hellen Streifen im Sohlenbereich. Der Täter hatte eine Umhängetasche, Marke „Reebok“ dabei, schwarz mit weißen Kanten.
Kleidung beim Überfall am 27. Februar 2013: weißer Motorradhelm, orangefarbene Warnweste, grau-roter Arbeitsoverall mit roten Streifen im Schulterbereich, am Gesäß rechts eine Tasche. Wo werden solche Overalls vertrieben? Diesmal hatte der Täter eine schwarze Umhängetasche dabei, allerdings ein anderes Modell.

Karte: Lage des Tatorts

Lage des Tatorts in Wien

Relevante Örtlichkeiten:
Die Bankfiliale liegt im Wiener Ortsteil Meidling in der Koppreitergasse. Beim 2. Überfall ist der Täter über die Tanbruckgasse geflüchtet, zuerst zu Fuß, dann per Fahrrad. Im Bereich Ratschkygasse verlor sich seine Spur. Dort wurde nach dem Überfall auch ein Fahrrad gefunden – vermutlich das Fluchtrad.

In Tatortnähe gefundenes Fahrrad

Mögliches Fluchtfahrzeug

Beschreibung des Fahrrads:
silberfarben, teilweise schwarz besprüht, keine Markenaufkleber, an den Rädern Schnellverschlüsse. Der Sattel war sehr hoch gestellt. Das Fahrrad ist eventuell gestohlen. Der ehemalige Besitzer hat vermutlich nichts mit den Überfällen zu tun.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat am Tatort relevante Beobachtungen gemacht?
  • Wo fehlt ein Fahrrad, auf das die Beschreibung zutrifft?
  • Wo werden Overalls vertrieben, wie sie der Täter beim Überfall am 27. Februar 2013 getragen hat?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Bundeskriminalamt Wien, Telefon: 0043 / 1 248 36 985 025