Plötzlich Millionenerbe

Das Märchen vom Geldsegen

(XY-Spezial vom 04. Oktober 2017)
Ein 74-Jähriger erhält ein Fax, das ihn elektrisiert. Ein vermeintlicher Anwalt spricht darin von einem Millionenerbe. Der Verstorbene sei ein Mann mit gleichem Nachnamen – lange habe der Jurist nach einem Angehörigen gesucht. Der Rentner kann sein Glück kaum fassen. Doch am Ende hat er statt einem satten Plus ein dickes Minus auf dem Konto.

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Der Rentner reagiert auf das Fax und kontaktiert den angeblichen Anwalt. Doch bevor das Millionenerbe ausgezahlt werden kann, müssen erst einige Vorab-Zahlungen geleistet werden. Immer skurriler, immer höher werden die Geldforderungen. Mal fallen Gebühren für ein Echtheitszertifikat des Finanzministeriums an, mal für die Aufbewahrung des Geldes.

Koffer voller Geld
Als der 74-Jährige skeptisch wird, bieten ihm die Betrüger an, nach Spanien zu reisen, um sich dort von der Existenz des Erbes persönlich zu überzeugen. Tatsächlich fliegt der rüstige Rentner nach Valencia. Dort wird er freundlich empfangen, ihm wird sogar ein Koffer voller Geldscheine präsentiert. Mitnehmen darf der Senior das Geld allerdings nicht.

Dafür soll er weitere Gebühren bezahlen – diesmal für ein „Zertifikat der Vereinten Nationen“. Schließlich wird es dem 74-Jährigen zu bunt. Nach sechs Monaten bricht er den Kontakt zu dem vermeintlichen Anwalt ab. Insgesamt hat er etwa 150.000 Euro verloren – ein Großteil seiner Altersvorsorge.

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Die Masche: Erbschafts-Betrug
Hinter dieser Betrugsmasche sitzt eine international agierende Bande. Sie kontaktiert die potentiellen Opfer per Fax oder Mail. Immer ist die Rede von einem unverhofften Erbe – meist in Millionenhöhe. Damit ködern sie ihre Opfer und verleiten sie dazu, stetig Geldbeträge zu überweisen. Immer in der Hoffnung, endlich das Erbe zu erhalten. Skrupellos fordern sie immer weiter Geld, bis die Opfer am Ende ihrer finanziellen Möglichkeiten angelangt sind.

Tipps zur Vorbeugung:

  • Achten Sie auf die Sprache! Ist das Anschreiben nur in holprigem Deutsch oder Englisch verfasst, handelt es sich vermutlich um Post von Betrügern.
  • Findet die Kommunikation ausschließlich per Mail statt, werden Sie hellhörig! Staatliche Unterlagen werden in der Regel per Post verschickt.
  • Betrüger erstellen meist aufwändig gestaltete Internetseiten von Anwaltskanzleien. Doch Sie können die falschen Internetauftritte enttarnen: Ist nur eine Handy-Nummer angegeben? Steht eine Adresse oder etwa nur eine Straße ohne Stadt? Manchmal hilft es auch, nach den Fotos der angeblichen Anwälte bei der Google-Bildersuche zu forschen.
  • Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen! Die Abwicklung einer Erbschaft dauert 9 bis 12 Monate. Drängt der vermeintliche Anwalt, ist das ein Warnsignal.
  • Überweisen Sie niemals Geld an Menschen, die Sie persönlich nicht getroffen haben!