„Rat mal, wer hier ist!“

Weiter erfolgreich: der Enkeltrick

(XY-Spezial vom 04. Oktober 2017)
Eine Rentnerin erhält einen Anruf eines Enkeltrick-Betrügers. Womit der Kriminelle nicht rechnet – diesmal hat er die Falsche angerufen. Die 76-Jährige kennt die Betrugsmasche und stellt am Ende den Tätern mit Hilfe der Polizei eine Falle. Mit Erfolg. Einer der Männer wird bei der Geldübergabe festgenommen.

XY-Szenenfoto

„Weißt du, wer dran ist?“ Mit dieser Frage überrumpeln die Betrüger ihre meist betagten und oft einsamen Opfer am Telefon. Wenn die Rentner den Namen ihres Enkels nennen, zieht sich die Schlinge zu. Auch Oma Inge nennt einen Namen – aber es ist nicht der ihres Enkels. Die rüstige Seniorin führt die Täter gezielt aufs Glatteis.

Telefon-Terror
In kurzen Abständen rufen die Betrüger bei der 76-Jährigen an. Der falsche Enkel versucht, Druck aufzubauen. Er sei in einer finanziell schwierige Lage, brauche dringend Geld. Ob ihm die Oma aushelfen könne? Die Rentnerin geht zum Schein auf die Forderung ein. Sie informiert aber gleichzeitig per Handy ihre Kinder und die Polizei.

Am Ende steht sie mit einer Tüte voll Geld – selbst gebastelte Blüten – am Übergabe-Ort. Als der Täter sie anspricht, taucht die Polizei auf. Er wird wenig später zu einem Jahr und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Dennoch rät die Polizei davon ab, wie Oma Inge zu handeln. Denn laut Einschätzung der Experten haben die wenigsten Rentner die mentale Stärke, dem immensen Druck, den die Täter aufbauen, standzuhalten.

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Die Masche: Enkeltrick-Betrug
Schon seit Jahren gehen Enkeltrickbetrüger auf Opferfang. Allein im Jahr 2016 werden 4.000 Fälle in Bayern aktenkundig. Die Betrüger operieren meist aus dem Ausland. Dort sitzen sie in Call-Centern, in denen sie systematisch altmodisch klingende Namen aus deutschen Telefonnummern abtelefonieren. Den Anruf beginnen sie in der Regel mit der Frage: „Kennst du mich nicht mehr?“

Nennt der Angerufene einen Namen, hängt er am Haken. Der angebliche Enkel gibt eine finanzielle Notlage vor, baut in zahllosen Telefonaten immensen Druck auf, um dem betagten Opfer das Geld aus der Tasche zu locken. Während dieses Telefonterrors hält sich ein Komplize unbemerkt in der Nähe des Opfers auf. Er überprüft, ob das Opfer tatsächlich das Geld von der Bank holt.

Tipps zur Vorbeugung:

  • Nennen Sie keine Namen! Fragen Sie stattdessen selber nach, wer dran ist!
  • Nennt der Anrufer einen Ihnen unbekannten Namen, legen Sie sofort auf und informieren Sie die Polizei! Spielen Sie nicht den Lockvogel!
  • Überlegen Sie generell: Muss ich unbedingt im Telefonbuch stehen? Muss ich ständig an Gewinnspielen teilnehmen? So nämlich kommen Betrüger letztendlich an die Telefonnummern.