Saskia Jürgens leistet Erste Hilfe und rettet Leben

XY-Preisträgerin Saskia Jürgens.

Zwei Jugendliche (17,18) verbringen den Samstagabend auf einer Party. Gegen 0.30 Uhr begleiten sie zwei Mädchen zum Mengeder Bahnhof. Dort treffen sie auf zwei ebenfalls 17- und 18-Jährige Jungs, die sie provozieren. Gleich darauf kommt es zu einer handfesten Auseinandersetzung, in dessen Verlauf der 17-Jährige Partygänger im Gleisbett landet und sich dabei die Hand bricht. Er klettert wieder heraus und als der Zug kommt, steigen die Mädchen ein. Auch die Provokateure nehmen diesen Zug in Richtung Castrop-Rauxel. Die beiden Jugendlichen bleiben am Bahnhof zurück. Sie wollen noch etwas trinken.

In der Zwischenzeit haben sich die zwei Angreifer an der nächsten Station  Verstärkung organisiert. In drei Fahrzeugen kehren sie zu zehnt nach Mengede zurück. Sie sind bewaffnet – mit Golfschlägern, Messern und Tasern. Am Bahnhof angekommen, geht es auch gleich zur Sache: Die zwei Jugendlichen werden angegriffen – vornehmlich von einem 19-Jährigen, der sofort auf den 17-Jährigen mit der gebrochenen Hand einprügelt. Ein 16-Jähriger schlägt dabei zusätzlich immer wieder mit einem Golfschläger zu. Der 17-Jährige Angreifer sticht schließlich mit einem Messer auf das Opfer ein. Auch der Freund des 17-Jährigen wird mit einem Messer attackiert und verletzt.

So viele Passanten – nur einer hilft 
In diesem Moment kommt die 17-jährige Saskia Jürgens dazu. Sie ist auf dem Heimweg und greift sofort ein. Wiederholt versucht sie, den 19-jährigen Täter von seinem Opfer wegzuziehen. Dabei  ruft sie umstehende Passanten um Hilfe. Außerdem fordert sie die Tätergruppe mehrmals vehement dazu auf, von den schwer verletzten Opfern abzulassen. Schließlich flüchten die Täter. Die 17-Jährige bleibt bei den Opfern und übergibt einem heraneilenden Zeugen ihr Handy, damit der die Polizei rufen kann. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, leistet Saskia Jürgens Erste Hilfe.

XY-Szenenfoto

Durch diese Hilfeleistungen und die sofort herbeigerufenen Rettungskräfte kann das Leben beider Opfer gerettet werden. Ein paar Unbeteiligte aus der Tätergruppe melden sich Tage später reumütig bei der Polizei.  Die drei Haupttäter können festgenommen werden.

Für Saskia Jürgens eine Geschichte, die sie nicht so schnell vergessen wird: «Da waren noch einige Leute am Bahnhof – lauter Erwachsene. Da hat niemand eingegriffen!» Zu den Opfern hat die 17-Jährige noch Kontakt. «Ich hab sie danach im Krankenhaus besucht. Ich brauchte das, um damit besser klar zu kommen.»

Fotos: Securitel

17.10.2017  wel