Gemeinsam gegen die Mafia – 171 Festnahmen in Italien und Deutschland

Wiesbaden/Düsseldorf (dpa) – Bei einer Razzia gegen die italienische Mafia-Organisation ‚Ndrangheta  hat die Polizei heute in mehreren Bundesländern elf mutmaßliche Mitglieder festgenommen. Das teilte das Bundeskriminalamt (BKA) heute in Wiesbaden mit. Alle Verdächtigen sind nach Angaben des BKA zwischen 36 und 61 Jahre alt. Sie wurden in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen sowie NRW gefasst. Ihnen wird unter anderem Erpressung und Geldwäsche vorgeworfen.

Italienische Polizeiwagen heute Morgen auf dem Weg zu Razzien gegen die Mafia-Organisation ‚Ndrangheta.

Die Aktion in Deutschland steht nach Angaben des BKA in Zusammenhang mit einer Razzia gegen den ‚Ndrangheta-Clan Farao-Marincola in Italien, bei der dort ebenfalls heute 160 mutmaßliche Mafia-Mitglieder festgenommen wurden.

Mächtige Mafia-Organisation 
Die ‚Ndrangheta gehört neben der Cosa Nostra und der Camorra zu den mächtigsten Mafia-Organisationen Europas. Ihren Mittelpunkt hat sie in der süditalienischen Region Kalabrien, die auf dem Festland gegenüber der Insel Sizilien liegt. Allerdings erstreckt sich ihr Aktionsradius weit über Italien und Europa hinaus.

Das Bundeskriminalamt hält sie für die derzeit relevanteste Mafia-Gruppe in Deutschland. Sie operiert vor allem im Rauschgiftgeschäft, ist aber auch in Waffenhandel, Geldwäsche und Korruption verstrickt.

50 bis 100 Milliarden Euro Jahresumsatz 
Experten schätzen, dass die ‚Ndrangheta jährlich einen weltweiten Umsatz zwischen 50 und 100 Milliarden Euro macht. Nach Angaben der US-Bundespolizei FBI hat sie etwa 6.000 Mitglieder in 160 sogenannten Clans. Diese hängen über Familienbande miteinander zusammen.

Die Wurzeln der ‚Ndrangheta reichen mindestens bis ins 19. Jahrhundert zurück. Die Herkunft des Namens ist nicht abschließend geklärt. Er soll sich aber wohl von den griechischen Wörtern «andragathos» («tapferer Mann») oder «andragathía» («Heldentum») ableiten. Die Mitglieder der Organisation heißen ‚Ndranghetisti.

Foto: Carabinieri / dpa

09.01.2018  wel