Solarmodul-Diebe gehen ins Netz – Fahndung schreckt ab

Die enge Zusammenarbeit zwischen der märkischen und polnischen Polizei scheint sich auszuzahlen. Erneut wurde einer Bande von Solarmodul-Dieben das Handwerk gelegt. Überhaupt: Brandenburg meldet rückläufige Diebstahlszahlen.

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Potsdam/Lublin (dpa) – Der Polizei ist ein weiterer Schlag gegen organisierte polnische Banden gelungen, die sich auf den Diebstahl von Solarmodulen spezialisiert haben. Einsatzkräfte der polnischen und brandenburgischen Polizei nahmen nahe Lublin (Polen) vier Männer im Alter von 35 und 36 Jahren fest, teilte das Brandenburger Polizeipräsidium mit. Sie sollen für zahlreiche Diebstähle in Solarparks in mehreren Bundesländern verantwortlich sein. Dabei sollen sie jede Menge Module und Wechselrichter erbeutet haben.

Seit einiger Zeit arbeiten polnische und deutsche Behörden bei der Aufklärung solcher Delikte eng zusammen. Erst Ende November wurde auf der A 12 bei Frankfurt (Oder) eine fünfköpfige Diebesbande mit 81 Solarmodulen gestellt, die sie aus einem Solarpark in Nordbrandenburg gestohlen hatten. Im Zuge der weiteren Ermittlungen gerieten die vier jetzt Festgenommenen ins Visier.

Reiche Beute 
Bei der Durchsuchung des Grundstücks eines 36-Jährigen wurden knapp 400 Solarmodule sowie zwei Wechselrichter entdeckt. Ein Wechselrichter stammt nach Polizeiangaben aus einem Diebstahl im Februar 2015 in Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt). Dort waren damals 50 Wechselrichter im Wert von rund 120.000 Euro entwendet worden. Außerdem stellte sich heraus, dass der 36-Jährige auch Solarmodule lagerte, die aus Beutezügen in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern stammten.

Bei der Aktion nahe Lublin kam den Ermittlern auch «Kommissar Zufall» zur Hilfe. Ihnen fiel ein abseits des Grundstücks geparkter Kleintransporter mit drei Männern an Bord auf. Es waren Solarmodul-Diebe, die dem 36-Jährigen ihre «heiße Ware» verkaufen wollten. Auf der Ladefläche ihres Wagens fanden sich 21 Wechselrichter im Wert von 200.000 Euro, die vor kurzem in Hoyerswerda (Sachsen) gestohlen worden waren. Zudem stellte sich heraus, dass einer aus dem Trio auch an einem Diebeszug in Cottbus-Dissenchen vor zwei Jahren beteiligt war.

Fahndung erzeugt Druck 
Laut Polizeipräsidium gehen die Diebstähle von Solarmodulen auch aufgrund des hohen Verfolgungsdrucks in Brandenburg mittlerweile zurück. Registrierte das Landeskriminalamt (LKA) 2015 noch rund 60 Diebstähle aus Solarparks, waren es 2016 nur noch 40. In diesem Jahr wurde noch kein solcher Diebstahl gemeldet.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

17.02.2017  wel