Suchtprävention ist lernbar

Wie sag ich´s meinem Kinde?

Kein Kind kommt heutzutage an Drogen vorbei:

Mit 10 Jahren beginnen Kinder, Alkohol und Zigaretten zu konsumieren. Mit 14 machen die ersten Bekanntschaft mit harten Drogen. 18 Prozent der Jugendlichen unter 18 Jahren haben ein Alkoholproblem.
Die Konfrontation droht – wie kann man ihr begegnen ?

„Kinder stark machen“ ist das Motto der aktuellen Kampagne zur Suchtvorbeugung, die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) in Zusammenarbeit mit Sportverbänden gestartet wurde.

Deren zentrale Botschaften lauten:

•  Es ist eine schlimme Tatsache, dass es Drogen gibt, aber das allein macht nicht süchtig.
•  Erwachsene können viel dazu beitragen, Kinder und Jugendliche vor einer Suchtgefährdung zu schützen.
•  Suchtprobleme und Suchtgefährdung sollten nicht totgeschwiegen werden. Offen und ehrlich darüber zu reden, fördert ein vertrauensvolles Klima und kann unbegründete Befürchtungen beseitigen.
•  Kinder und Erwachsene dürfen Fehler machen. Beide sollten lernen, sie zuzugeben und Konflikte in einem positiven Klima zu lösen – statt Scheinlösungen in Suchtmitteln zu suchen.Die Gründe für unterschiedliche Süchte sind weitgehend gleich. Warnung vor den Folgen und Verbote und Strafen sind oft wirkungslos. Prävention beginnt am ersten Lebenstag eines Kindes.
Wichtig ist das Vorbildverhalten der Eltern: Ein differenzierter Umgang mit Konflikten, verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol oder Zigaretten. Vor allem der Freundes- und Bekanntenkreis bestimmt wesentlich die positive oder negative Entwicklung. Oft hängt es vom Zufall ab, ob ein Kind oder Jugendlicher in Drogenkreise gerät oder nicht.

Kinder stark machen“ – Anregungen für Eltern:

Sinnerfüllung – Aktivitäten anregen, die sinngebend sind, wie zum Beispiel Betätigungen im musischen und sozialen Bereich, beim Naturschutz, im Sport.

Eigenverantwortung – Kinder und Jugendliche darin unterstützen, dass sie lernen, eigenverantwortlich zu entscheiden und zu handeln.

Eigenaktivität – Förderung von Handlungskompetenz, das heißt Überbrücken des Zwiespalts zwischen Wollen und vermeintlichem Nicht-Können.

Selbstachtung – Die Erfahrung, von anderen Menschen geachtet und in ihren Gefühlen und Bedürfnissen ernst genommen zu werden, ist entscheidend dafür, dass Kinder und Jugendliche lernen, sich selbst zu akzeptieren.

Erlebnisfähigkeit – Kindern helfen zu erkennen welche eigenen Wünsche und Bedürfnisse sie haben und wie sie damit umgehen können.

Konfliktfähigkeit – Lernen, dass und wie sich Konflikte lösen lassen. Lernen „nein“ zu sagen, auch gegen Gruppendruck. Selbsteinschätzung- Kindern und Jugendlichen geschützte Freiräume und Spielräume eröffnen, in denen sie ihre Kraft und Fähigkeiten ausprobieren und erweitern können. Dadurch lernen sie, sich richtig einzuschätzen.

Frustrationstoleranz – Erfahrungen ermöglichen, die zeigen, dass der Weg zu Zielen oftmals langwierig und schwierig ist, dass es aber trotzdem wichtig ist, diese Ziele weiter zu verfolgen.

Hilfe für betroffene Eltern:

Bundesverband der Elternkreise suchtgefährdeter und suchtkranker Söhne und Töchter e.V. (BVEK)
Tel.: 02 51 / 142 07-33
www.bvek.org/index.html

Suchtprävention in der Pubertät

Das Erziehungsverhalten der Eltern spielt eine große Rolle für das Suchtverhalten ihrer Kinder. Mit zunehmendem Alter orientieren Kinder sich immer stärker an gleichaltrigen Vorbildern. Gerade die lebensbedrohlichen Ecstasy- Pillen zielen eindeutig auf die markanten Probleme der Heranwachsenden. Kontakthemmungen, die fast durchgängig als Charaktermerkmal pubertierender Jugendlicher gelten, sollen gelöst werden. Noch dazu versprechen die Wunderpillen Gewichtsverlust, was angesichts der herrschenden Schönheitsideale und des komplizierten Verhältnisses, das gerade Jugendliche zum eigenen Körper haben, in deren Augen ein erstrebenswerter Nebeneffekt ist.

Es ist daher lebenswichtig, Jugendliche gezielt aufzuklären, im Gespräch zu bleiben, Zugang zu deren Freunden und Vorbildern zu suchen und aufmerksam zu beobachten ob sich das Verhalten des eigenen Kindes verändert. Der klassische Hang-Over von Montag mit Mittwoch und überaktive Phasen während der wochenendlichen Ausgehzeiten können ein Hinweis darauf sein, dass ein Jugendlicher bereits mit Suchtmitteln in Kontakt gekommen ist.

Süchtige Jugendliche nennen als Motive für ihr Verhalten häufig den Wunsch nach Zugehörigkeit auf einer elementaren Erlebnisebene. Hier gilt es, sich gemeinsam mit den eigenen Kindern Klarheit über die Werte in einer Gruppe und deren Spielregeln zu verschaffen.

Suchtprävention heißt: Ins Gespräch kommen!
Sprechen Sie mit Ihren Kindern – nicht nur über Pflichten und Gefahren. Laden Sie die Freunde ihrer Kinder ein und nehmen sich teil an deren Erlebniswelt.

Suchtprävention heißt: Über Zukunft nachdenken!
Wünsche und Träume sind Botschaften über die Gestaltung zukünftiger Wege. Das Wissen um Sinnhaftigkeit und Lebenspläne bietet Trost in persönlichen Krisensituationen an, in die jeder Jugendliche geraten kann, zum Beispiel durch Umzug, Schulwechsel und ganz allgemein durch Trennung und Abschied.

Suchtprävention heißt: Spannungen bemerken !
Spannungen sind Zustände des Unbehagens. Sie gehen meistens mit stressigen Situationen einher. Sie zu bemerken, sie auszuhalten und in den jeweiligen Situationen mit ihnen umzugehen, ist ein wichtiges Ziel der Suchtprävention. Jugendliche brauchen Erwachsene, die Ihnen zeigen, konstruktiv mit Streß fertig zu werden. Suchtprävention heißt: Alltägliche Alternativen zum Drogenkonsum anbieten! Jugendliche nennen hier „Zusammenhalten in der Gruppe, keinen ausstoßen“,“ gute Freunde, auf die man sich verlassen kann“, „sich auch mal zurückziehen“; Fahrrad fahren, Tischtennis und Fußball spielen, Musik hören, mit Freunden zusammensein und „ man sollte etwas genauer auf sich und andere Leute achten“. Sie wünschen sich für ihre Zukunft „ eine Zeitmaschine“, „viel Geld“, „einen guten Beruf“, ein schönes Zuhause, mit Familie“.