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Räuber kannten sich aus

Kunstsammler ausgeplündert

(XY-Sendung vom 11. Januar 2017)
Einbrecher bahnen sich nachts den Weg in eine Villa in Buchholz (Westerwald). Sie fesseln die Bewohner und rauben Geld und Schmuck. Ihr eigentliches Ziel sind aber wertvolle Ölgemälde. Die Kripo vermutet, dass die Täter Auftraggeber hatten.

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Die Eigentümer der Villa – ein wohlsituiertes Unternehmer-Ehepaar – sammeln mit Vorliebe Gemälde. Am 13. Juni 2016 werden sie von zwei Männern überfallen. Die Täter gelangen über die Terrassentür ins Innere des Gebäudes und überwältigen die Bewohner im Schlaf. Das Ehepaar wird im Ehebett mit Panzertape gefesselt.

Beute: 18 Ölgemälde
Die Männer rauben Geld und Schmuck aus dem Tresor sowie 18 Gemälde – Öl auf Leinwand. Gekonnt lösen sie die Kunstwerke aus den Rahmen. Wenige Tage vor dem Überfall hatte sich ein Autohändler im Zusammenhang mit einem Autokauf im Haus aufgehalten. Diesem hatte der Hausherr die Gemälde gezeigt. Nach ersten polizeilichen Ermittlungen ergibt sich zwar kein konkreter Tatverdacht. Aber vielleicht war der zeitliche Zusammenhang zwischen diesem Besuch und dem Überfall doch nicht zufällig.

Täterbeschreibungen:
beide etwa 30 Jahre alt, schlank, dunkle Augen, dunkle Kleidung. Einer der Männer ist etwa 1,75 m groß, sein Komplize deutlich größer, sprachen Deutsch mit osteuropäischer Einfärbung.

Geraubte Gemälde:
Die Gemälde könnten auf unterschiedlichen Internet-Plattformen zum Kauf angeboten werden. Die Kripo hält es auch für möglich, dass sie zum Beispiel auf dem Antikmarkt in der belgischen Stadt Tongeren auftauchen. Dort wird regelmäßig der größte Antiquitätenmarkt der Benelux-Länder veranstaltet. Unter Kunstkennern ist er europaweit bekannt.

Beute: Blumenstillleben (l.) und Stillleben (r.) von Ludwig Bock.

Beutestücke: Blumenstillleben (l.) und Stillleben von Ludwig Bock.

Nach Angaben der Opfer wurden unter anderem folgende Gemälde geraubt:

  • Konstantin Cretius: Die vier Kinder im Garten,1878, Durchmesser: 23 cm;
  • Ludwig Bock: Blumenstillleben, Größe: 36 x 50 cm;
  • Ludwig Bock: Stillleben mit Äpfeln, Größe: 31 x 26 cm;
  • Wilhelm Klein: Blick auf Siebengebirge, Größe: 42 x 24 cm;
  • Vincent: 3 Rosen in Vase, 1880 bis 1900, Größe: 31 x 36 cm;
Weitere Beute (v. l.): "Vier Kinder" von Konstantin Cretius, "Blick auf Siebengebirge" von Wilhelm Klein, "3 Rosen in Vase" von Vincent

Weitere Beutestücke (v. l.): „Vier Kinder“ von Konstantin Cretius, „Blick auf Siebengebirge“ von Wilhelm Klein, „3 Rosen in Vase“ von Vincent.

Außer Gemälde raubten die Täter auch diesen goldenen Anhänger

Außerdem geraubt: dieser goldene Anhänger.

Außerdem nahmen die Täter auch ein Schmuckstück mit:
einen Schmuckanhänger, herzförmiger Aquamarin, 585er Goldfassung mit Brillanten besetzt

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Überfalls führen, ist eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Koblenz, Telefon:  0261 / 103 25 75