Tod am Weserufer

Wer tötete Wilhelm Rettberg?

(XY-Sendung vom 9. August 2017)
Am frühen Morgen des 4. Juli 1984 wird in Nienburg der passionierte Angler Wilhelm Rettberg tot aufgefunden. Irgendjemand hat den 49-Jährigen in der Nacht zuvor erschlagen und am Ufer der Weser abgelegt. Seit über 30 Jahren beschäftigt dieser Fall die Kripo Nienburg und die Staatsanwaltschaft in Verden. Vielleicht gelingt es jetzt, mit Hilfe der Zuschauer das brutale Verbrechen zu klären.

XY-Szenenfoto

Am 3. Juli 1984 ist Wilhelm Rettberg abends bei Bekannten in Nienburg eingeladen. Gemeinsam schauen sie das sogenannte „Nostalgie-Endspiel“ der Fußballweltmeisterschaftsgegner Deutschland und Holland im Fernsehen an, anschließend noch eine Folge von „Dallas“. Etwa um 23 Uhr verabschiedet sich Wilhelm Rettberg. Er hat noch etwas vor: Nach einem kurzen Zwischenstopp zu Hause fährt er mit seinem Rad zur Grünanlage am Ufer der Weser. Dort sammelt er Würmer, da er am nächsten Tag mit einem Bekannten angeln gehen will.

Mit Schnapsflasche zugeschlagen
Während er mit Taschenlampe und Behälter über die Wiese streift, muss es zur folgenschweren Begegnung  mit seinem Mörder gekommen sein. Der Unbekannte schlägt vermutlich mit einer Schnapsflasche auf Wilhelm Rettberg ein, bis er bewusstlos ist. Dann raubt er ihm seine Uhren, sein Portemonnaie und seine Brieftasche. Auch seine Prinz-Heinrich-Mütze mit dem Abzeichen des Nienburger Anglervereins ist seitdem verschwunden. Schließlich schleift der Unbekannte sein Opfer ans Weser-Ufer und lässt den schwerverletzten Mann dort liegen. Wie später festgestellt wird, erliegt Wilhelm Rettberg in den frühen Morgenstunden des 4. Juli dort seinen Verletzungen.

Verschwunden: die Mütze des Opfers mit dem Abzeichen des Angelvereins und Wilhelm Rettbergs Taschenuhr (Vergleichsstücke).

Geraubte Gegenstände:
Wilhelm Rettbergs Mörder dürfte mehrere Gegenstände aus dem Besitz seines Opfers geraubt haben: so zum Beispiel seine Zigaretten („Reval“), ein Gerät, um Zigaretten selbst zu drehen, einen Kugelschreiber der Bundeswehr mit Antenne und die Armbanduhr. Leider lassen sich nur noch wenige verschwundene Gegenstände rekonstruieren:

  • die dunkelblaue Prinz-Heinrich-Mütze mit dem Abzeichen des Anglervereins Nienburg;
  • die silberfarbene Taschenuhr, Durchmesser: etwa 4,5 Zentimeter, weißes Zifferblatt, geriffeltes Muster auf der Rückseite des Gehäuses. Die Uhr hatte keinen Klappdeckel und hing an einer etwa 20 Zentimeter langen silberfarbenen Kette;
  • eine Armbanduhr: goldfarbenes Gehäuse, schwarzes Lederarmband, dunkles Zifferblatt mit hellen Ziffern.

    Das Verbrechen geschah am Ufer der Weser.

Fragen nach Zeugen:

  • Wer hat im Tatortbereich am Weserufer in der Nacht zum 4. Juli 1984 verdächtige Beobachtungen gemacht?
  • Der Täter muss an der Kleidung  und an den Schuhen blutverschmiert gewesen sein. Wer hat entsprechende Beobachtungen in der Tatnacht gemacht?
  • Der Täter dürfte etwa 300 D-Mark aus dem Portemonnaie des Opfers erbeutet haben. Wer hat nach der Tat plötzlich über eine entsprechende Menge Bargeld verfügt?
  • Wer kann Angaben über den Verbleib der damals verschwundenen Gegenstände machen?
  • Wer hat an oder in der Woche nach dem 4. Juli 1984 Beobachtungen an dem Abrisshaus in der Straße „Am Burgmannshof“ in der Nienburger Altstadt gemacht und den Täter vielleicht beim Verstecken von Beutestücken gesehen? Die Gasse wird im Volksmund auch „Pissbüdelsgang“ genannt.

Belohnung:   Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig:  Kripo Nienburg/Weser, Telefon: 05021 / 977 80