Tödliche Geldgeschäfte?

Familienvater im Wald verscharrt

(XY-Sendung vom 9. August 2017)
Ein 28-Jähriger aus Velbert verschwindet spurlos. Erst viereinhalb Jahre später entdecken Spaziergänger im Wald in Hattingen-Blankenstein seine sterblichen Überreste.

XY-Szenenfoto

Das Jahr 2012: Resat Özdemir lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in Velbert. Er arbeitet in einer Schleiferei. Doch der 28-Jährige hat noch eine weitere Möglichkeit für sich entdeckt, um Geld zu verdienen: Er verleiht unter der Hand große Geldsummen, vorrangig an kurdische Landsleute. Er verlangt dafür hohe Zinsen – zwischen 10 und 20 Prozent im Monat. Um das Geschäft am Laufen zu halten, hat er selbst mehrere Kredite aufgenommen.

Familienvater Resat Özdemir lebte in Velbert.

Im Frühjahr 2012 teilt Resat Özdemir seiner Frau mit, dass er einem Bekannten 120.000 Euro geliehen habe, dass dieser nun aber Probleme habe, das Geld zurückzuzahlen. Das macht Resat Özdemir nervös. Möglicherweise gerät er dadurch selbst in Verzug gegenüber unbekannten Geldgebern. Er fühlt sich plötzlich verfolgt.

Ende März 2012 bekommt Resat Özdemir einen Mann vorgestellt, der ihm anbietet, für ihn Elektro-Artikel und ähnliche Geräte zu verkaufen. Der Mann soll sich selbst „Josef“ genannt haben. Da sich Resat Özdemir nur außerhalb der Wohnung mit ihm trifft, gibt es keine verlässliche Beschreibung, wie der Mann namens „Josef“ ausgesehen haben soll.

Seine Leiche wurde bei Hattingen, etwa 15 Kilometer entfernt, gefunden.

In die Falle gelockt?
Am Gründonnerstag, 5. April 2012, erklärt Resat Özdemir seiner Frau, dass er von „Josef“ abgeholt werde, um sich dessen neues Geschäft in Gelsenkirchen anzusehen. Resat Özdemir verlässt die Wohnung in der Uhlandstraße in Velbert gegen 19 Uhr. Danach taucht er nicht mehr auf. Wurde er in eine Falle gelockt?

Resat Özdemirs Leiche wird zunächst nicht gefunden. Erst viereinhalb Jahre später, am 8. Oktober 2016, werden seine sterblichen Überreste von Spaziergängern gefunden – etwa 20 Kilometer entfernt, im Naturschutzgebiet „Katzenstein“ bei Hattingen-Blankenstein (Ennepe-Ruhr-Kreis).

Suche nach Zeugen
Die Kripo Hagen sucht mögliche Mitwisser sowie Zeugen, die am 5. April 2012 oder später verdächtige Beobachtungen in der Nähe des Fundorts bei Hattingen-Blankenstein gemacht haben.
Zudem sucht die Polizei Personen, die den Ermittlern Informationen über Resat Özdemirs Kontakte und Geldgeschäfte geben können.

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Hagen, Tel.: 02331/ 986 20 66