Traurige Fakten – Hetzjagd unter Kollegen und Vorgesetzten

Genau in diesem Augenblick müssen sich knapp 5 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer mit Mobbing herumquälen. 84 Prozent der Arbeitgeber geben nach einer Studie von Statistica aus dem Jahr 2014 an, schon einmal im beruflichen Umfeld gemobbt worden zu sein.

Gleichbehandlung statt Diskriminierung
§75 des Betriebsverfassungsgesetzes schreibt die Behandlung von Betriebsangehörigen vor:
„Arbeitgeber und Betriebsrat haben darüber zu wachen, dass alle im Betrieb tätigen Personen nach den Grundsätzen von Recht und Billigkeit behandelt werden, insbesondere, dass jede Benachteiligung von Personen aus Gründen ihrer Rasse oder wegen ihrer ethnischen Herkunft, ihrer Abstammung oder sonstigen Herkunft, ihrer Nationalität, ihrer Religion oder Weltanschauung, ihrer Behinderung, ihres Alters, ihrer politischen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Einstellung oder wegen ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität unterbleibt.“

Gibt es den typischen Mobber?
Immer wieder kommt es vor, dass Mitarbeiter ihren Chef mobben. Dies nennt man  „Staffing“. Der Chef ist unter- oder überqualifiziert, er wurde an einem vorbei befördert, er hat keine Erfahrung oder Führungskraft – dies sind die häufigsten Gründe, mit denen Mobber ihr Verhalten rechtfertigen.

Mehr als der Hälfte aller Mobbing-Attacken werden jedoch von Vorgesetzten verursacht. In solchen Fällen spricht man von  „Bossing„.

Der typische Mobber: männlicher Vorgesetzter, der lange im Unternehmen tätig ist. Oft sind es Menschen, die sehr festgefahren sind und die das Aufbrechen von gewohnten Strukturen als Gefahr betrachten. Sie geben Druck, den sie von oben erhalten, nach unten weiter. Doch nicht selten können auch private Probleme der Auslöser sein, die den Vorgesetzten jegliche Souveränität verlieren lassen, so dass er zum Mobber wird.

Besonders gefährdet sind:
– Frauen unter 25 Jahren
– Auszubildende
– ältere Menschen
– Menschen, die „anders“ sind
– Menschen, die besonders fleißig oder konstruktiv sind, denn Kritik bedeutet für viele den Verlust des Selbstwertgefühls oder schlichtweg mehr Arbeit.