Zwei Jahre auf Bewährung im Prozess wegen Kindstötung

Lüneburg (ddp-nrd). Wegen der Tötung ihres Neugeborenen ist eine
zur Tatzeit 17 Jahre alte Frau aus Lüneburg zu einer Jugendstrafe von
zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Die Jugendkammer des
Landgerichts Lüneburg wertete die Tat in ihrer Urteilsbegründung gestern als Totschlag, wie das Gericht mitteilte.

   Die junge Frau hatte gestanden, den Säugling im Januar 2008 in
ihrer Wohnung in Panik erstickt zu haben. Zur Begründung hatte sie
gesagt, sie sei mit der Situation überfordert gewesen. Das Gericht
hielt dem entgegen, dass sie aufgrund ihres Entwicklungsstandes zur
Tatzeit das Unrecht der Tat hätte erkennen und nach dieser Einsicht
handeln müssen.

   Die Kammer stellte aber auch fest, dass sie in Anbetracht ihres
panikartigen Zustandes in ihrer Steuerungsfähigkeit erheblich
eingeschränkt gewesen sei. Ausschlaggebend für die Bewährungsstrafe
waren neben dieser verminderten Steuerungsfähigkeit die mittlerweile
veränderte der Arbeits- und Lebenssituation der Frau. Sie lebe nun in
einer betreuten Jugendhilfeeinrichtung, absolviere eine Ausbildung
und habe sich weiterentwickelt, hieß es.

26.02.2010 SR