Seit 23 Jahren kriminell

Serienräuber hält Polizei in Atem

(XY-Sendung vom 15. September 2021)
Seine Opfer und die möglichen Tatorte beobachtet er ganz genau. Er weiß, wann der perfekte Zeitpunkt ist. Die Polizei ist sicher: Der seit 1998 gesuchte Serienräuber wird wieder zuschlagen – die Frage ist nur: wann und wo?

XY-Szenenfoto

Am 6. Mai 1998 überfällt ein Unbekannter eine Bankfiliale in Remscheid. Und wie sich bald herausstellt, ist das nur der Auftakt einer jahrelangen Serie. Sein Vorgehen ist immer gleich: Der Täter verschafft sich unbemerkt Zutritt zu den späteren Tatorten und präpariert sie, indem er kleine Funk-Kameras versteckt.

Ausrüstung des Täters: Kamera und Akku-Pack

Täter im Gebäude versteckt
Anschließend zieht er sich in einen Raum im Keller des jeweiligen Gebäudes zurück und beobachtet, was vor sich geht. Wie lange er sich in den Räumen versteckt hält, ist nicht klar. Die Polizei geht aber davon aus, dass es Stunden, manchmal sogar Tage sein müssen. Sobald er die Abläufe innerhalb der Bank kennt, wartet der Täter den günstigsten Zeitpunkt ab – und taucht plötzlich auf.

Auch hier geht der Gesuchte immer ähnlich vor. Dunkel, teils altmodisch gekleidet und vollständig maskiert bedroht er die Angestellten mit einer Pistole, sobald sie den Tresor geöffnet haben. Das Geld müssen die Bankmitarbeiter in eine vom Täter mitgebrachte Sporttasche umfüllen. Dann fesselt er seine Opfer und sperrt sie im Tresorraum ein.

Akzent vorgetäuscht?
Einige Zeugen glauben, bei dem Täter einen osteuropäischen Akzent erkannt zu haben. Die Polizei geht aber davon aus, dass der Mann Deutscher ist und bei manchen Taten lediglich seine Stimme bewusst verstellt hat. Nach den Überfällen lässt der Mann die im Gebäude versteckten Kameras zurück, seine restliche Ausrüstung nimmt er mit.

Phantombilder des Gesuchten

Täterbeschreibung:
50 bis 65 Jahre alt, 1,85 bis 1,90 m groß, vermutlich etwa 80 Kilo schwer, normale bis athletische Figur, helle Augen, dunkelblonde bis blonde Haare (2015),  eventuell grau-meliert, zeitweise Brilenträger.
Nach der letzten bekannten Tat im Jahr 2020 wurde das Gesicht des Mannes von den Opfern als faltig und zerfurcht beschrieben.

Die Polizei vermutet, dass der Mann keiner geregelten Arbeit nachgeht und nicht in einer engen Beziehung lebt. Zudem verfügt er offenbar über umfangreiches Wissen in den Bereichen Elektro- und Schlüsseltechnik sowie Tür- und Fenstermechanik.

Diese 14 Tatorte kann das LKA Nordrhein-Westfalen dem Täter eindeutig zuordnen.

Bisherige Tatorte:

  • Remscheid – 6. Mai 1998
  • Niederkrüchten – 8. Februar 2000
  • Erkelenz – 18. April 2006
  • Niederkrüchten – 5. Dezember 2006
  • Netphen – 13. April 2007
  • Lippstadt – 18. Januar 2008
  • Viersen-Dülken – 27. Februar 2009
  • Bad Münster – 13. Oktober 2009, hier blieb es bei dem Versuch
  • Kirchen – 30. Oktober 2009
  • Ascheberg – 8. Juni 2012
  • Krefeld – 7. März 2014
  • Düren-Lendersdorf – 25. September 2015
  • Duisburg – 16. März 2017
  • Der Täter bei seiner Tat in Rees

    Rees – 16. Januar 2020

Fragen nach Zeugen:

  • Wer kennt eine Person, die den Fotos aus den Überwachungskameras sowie den Phantombildern ähnlich sieht und auf die die Personenbeschreibung zutrifft?
  • Wer kann weitere Informationen zu den aufgezählten Raubüberfällen geben?
  • Wer kennt Personen, die 1998 oder kurz danach ihre Arbeit aus unbekannten Gründen aufgegeben haben und seitdem nicht mehr beruflich tätig sind?

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung der Raubserie führen, sind mehrere Belohnungen ausgesetzt – insgesamt 36.500 Euro.

Zuständig:  LKA Nordrhein-Westfalen, Telefon 0211 / 93 96 521
(ab 16. September: 0211 / 93 90)