Ärger mit rabiaten Demonstranten – Regionalzug legt längere Pause ein

Bardowick/Potsdam (dpa) – Mehr als 80 Aktivisten einer kurdischen Jugendbewegung sind in einem Zug von Lüneburg in Richtung Hamburg ohne Fahrschein Zug gefahren – und haben dann bei der Kontrolle die Zugbegleiterin heftig angepöbelt. Deswegen stoppte der Zug im Bahnhof in Bardowick, wo die Bundespolizei und weitere Einsatzkräfte der Landespolizei zusammengezogen wurden.

Die Polizei sprach erst mit den Reisenden. Als die Beamten aber beginnen wollten, die Personalien aufzunehmen, wurden sie von den Demonstranten «mit massiver körperlicher Gewalt» angegriffen, wie ein Sprecher sagte. Erst als 248 Bundespolizisten und 54 Beamte des Landes Niedersachsen vor Ort eingetroffen seien, habe die Situation beruhigt und die Identität der randalierenden Anhänger des PKK-Führers Abdullah Öcalan festgestellt werden können.

Angehörige der Gruppe hätten Polizeibeamte getreten und geschlagen, hieß es von der Polizei Lüneburg. Einige Beamte hätten leichte Verletzungen erlitten. Nach Darstellung der Aktivisten ging die Gewalt von der Polizei aus, wie es in einer Mitteilung hieß.

Die Bilanz des Einsatzes laut Polizei: 87 Strafverfahren wegen Erschleichens von Leistungen, 14 Verfahren wegen unerlaubten Aufenthalts in Deutschland, sechs Strafverfahren wegen Widerstands gegen Polizeibeamte, ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Zudem wurde den Angaben zufolge ein europäischer Haftbefehl vollstreckt.

In neun Fällen sind Fahndungsnotierungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK festgestellt worden. Die PKK wird als terroristische Vereinigung eingestuft. Da die Reisenden außerdem gegen die wegen der «Corona»-Pandemie eingeführte Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes verstoßen hatten, hat die Bundespolizei ihre Personalien an das Gesundheitsamt übermittelt, hieß es.

Bei den Reisenden handelte es sich nach Polizeiangaben um Teilnehmer einer Gruppe, die seit dem 5. September Demonstrationen in Hannover sowie den Landkreisen Celle, Uelzen, Lüneburg und Harburg durchgeführt habe. Nach zwei Übernachtungen in einem Camp in Lüneburg waren die Aktivisten auf dem Weg über Winsen/Luhe nach Hamburg.

10.09.20 wel
aktualisiert: 12.09.20 wel