Als Handwerker Notlagen ausgenutzt – Razzien wegen krimineller Methoden

Hamburg (dpa) – Bei Ermittlungen gegen eine Bande, die mit unseriösen Handwerksbetrieben Kunden betrogen haben soll, hat die Polizei in Hamburg, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen sieben Wohnungen und eine Gefängniszelle durchsucht. Die fünf Männer und zwei Frauen haben im gesamten Bundesgebiet Handwerksfirmen betrieben und waren bei ihren Taten immer mit einer klaren Rollenverteilung vorgegangen, teilte die Polizei mit. Allein in Hamburg zählten die Beamten nach Angaben einer Sprecherin mehr als 30 Opfer.

Im Internet hatten die Verdächtigen Anzeigen geschaltet, in denen sie vor allem Notdienste anboten. Zum Termin aber wurden die Arbeiten nicht fachgerecht oder gar nicht erledigt. Anschließend wurde laut Ermittlern ein viel zu hoher Lohn gefordert. Kunden seien verbal unter Druck gesetzt worden, wenn sie zögerten, die Rechnung zu begleichen.

Die Durchsuchungen fanden in Hamburg-Billstedt, Stuttgart sowie Oberhausen, Geldern und Gelsenkirchen statt. Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Mobiltelefone, Laptops, elektronische Speichermedien, Geschäftsunterlagen und rund 4.000 Euro. Ein 27 Jahre alter Verdächtiger sitzt derzeit im Gefängnis, deshalb wurde auch seine Zelle durchsucht.

18.07.22 wel