Mord an Anhalterin

Serientäter am Werk?

(XY-Sendung vom 15. Mai 2019)
1988: Die 22-jährige Ute Werner lebt bei ihrer Oma, die in Bad Rothenfelde eine kleine Pension betreibt. Ihre Ausbildungsstelle befindet sich in Osnabrück. Den Weg legt sie meist mit dem Auto zurück – bis dieses kaputt geht.

XY-Szenenfoto

Die Reparatur kann sie sich nicht leisten, also fährt sie morgens mit dem Bus. Am Abend passen jedoch die Verbindungen nicht. Da ist sie regelmäßig per Anhalter unterwegs. Meist startet sie am Osnabrücker Rosenplatz.

Ute Werner wurde 1988 ermordet.

Frau ins Auto gelockt und vergewaltigt
Im März 1988 ereignet sich in Osnabrück ein Verbrechen, das an eben diesem Rosenplatz beginnt. Mitten in der Nacht lockt ein Mann eine junge Frau in sein Auto. Er bietet ihr an, sie nach Hause zu fahren, ist sehr höflich und wirkt nicht bedrohlich.

Unterwegs weicht er aber von der Route ab, fährt aus der Stadt in einen Wald in der Nähe des Franziskus-Hospitals im Süden von Osnabrück. Dort bedroht er sie mit einem Messer und vergewaltigt sie. Nach der Tat lässt er sein Opfer im Wald zurück. Aus Scham zeigt die junge Frau das Verbrechen zunächst nicht an.

Zum letzten Mal lebend gesehen
10. August 1988: An diesem Tag wird Ute Werner zum letzten Mal lebend gesehen. Arbeitskollegen beobachten, dass sie in Osnabrück in einen Bus steigt, der Richtung Rosenplatz fährt. Von dort aus will sie wieder per Anhalter nach Hause fahren. Doch dort kommt sie nicht an.

Ihre Leiche wird zwölf Tage später in einem Wald in der Nähe des Franziskus-Hospitals gefunden, nur wenige Hundert Meter von der Stelle entfernt, an der im März die Vergewaltigung stattgefunden hatte. Auch Ute Werner wurde vergewaltigt. Anschließend tötete der Täter sie mit mehreren Messerstichen.

Phantombild des mutmaßlichen Vergewaltigers

Polizei vermutet Zusammenhang
Da beide Verbrechen am Rosenplatz begannen und in der Nähe des Franziskus-Hospitals vollendet wurden, vermutet die Polizei einen Zusammenhang. Auch die zeitliche Nähe der Taten spricht dafür.

Beschreibung des mutmaßlichen Vergewaltigers:
etwa 35 Jahre alt, kräftig, aber nicht dick, blonde, zurückgekämmte Haare mit Geheimratsecken, schmales Gesicht; Kleidung: Oberhemd mit schmalen grünen und weißen Streifen, hell-beigefarbene Leinenhose, dunkler Ledergürtel, Halbschuhe.

Vor der Tat wirkte der Mann sehr nett und sympathisch. Er fuhr ein rotes Auto, ähnlich einem Opel Kadett. Er hatte gute Ortskenntnisse, sprach aber mit süddeutschem Einschlag. Möglicherweise stammt er aus dem pfälzischen oder rheinländischen Raum.

Seit der Tat verschwunden: eine rote Umhängetasche

Verschwundener Gegenstand:
Umhängetasche: beutelartige Tasche aus rotem Stoff, zwei Tragebänder.
Wo ist die Tasche nach der Tat aufgetaucht?

Fragen nach Zeugen:
Einiges spricht dafür, dass es zur damaligen Zeit weitere Sexualdelikte zwischen Osnabrück und Harderberg gegeben hat, die aber nicht angezeigt wurden. Frauen, die Anfang 1988 in dieser Gegend ebenfalls Opfer geworden sind, vielleicht aber auch nur schlechte Erfahrungen beim Trampen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Kripo Osnabrück in Verbindung zu setzen.

Schauplätze der beiden Verbrechen.

Ebenso denkbar ist, dass sich der Täter im Laufe der Jahre jemandem anvertraut hat oder zumindest Andeutungen zu den Taten gemacht hat. Diese möglichen Mitwisser werden ebenfalls aufgefordert, die Polizei zu kontaktieren.

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Mordes an Ute Werner führen, ist eine Belohnung von 2.500 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Osnabrück, Telefon 0541 / 327 31 55
(anonymes Hinweisportal BKMS zum Fall)