Ausbildung hinter Gittern

Etliche Straftäter drücken im Knast die Schulbank

Viele Häftlinge absolvieren erst im Knast eine Ausbildung – sinnvolle Investition in die Zukunft in Freiheit.

Wiesbaden (dpa) – Dutzende Straftäter nutzen in den hessischen Haftanstalten ihre Gefängnisstrafe, um einen neuen Beruf zu lernen oder sich umschulen zu lassen. Verurteilte sollen so nach ihrer Haftentlassung ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Stand Januar 2020 nutzten 274 Häftlinge das Angebot für eine Ausbildung oder eine Umschulung, 23 drückten die Schulbank, um überhaupt erst mal den Hauptschulabschluss nachzuholen.

Tischler, Fleischer, Buchbinder, Bäcker, Maler oder Schneider: Die Möglichkeiten in der Haft einen Beruf zu lernen oder sich Umschulen zu lassen sind zahlreich. Dabei werden nach Aussage der Justizbehörden für den Berufsschul-Unterricht qualifizierte Lehrkräfte eingesetzt, die auch eine entsprechende Lehr-Erlaubnis haben. Zudem verfügt jede Haftanstalt, in der ein Schul- oder Berufsabschluss nachgeholt werden kann, über einen Computerraum, in dem auch Unterrichtsprogramme eingesetzt werden können.

In Hessen gibt es nach Angaben des Justizministeriums rund 5.800 Haftplätze. Durchschnittlich befinden sich zurzeit in den Gefängnissen rund 4.700 Häftlinge.

Archivfoto:  Silas Stein / dpa

25.03.20 wel