Ausnahmezustand in Mühlheim

Mit 1.000 Beamten hält die Polizei Rocker in Schach

Mülheim/Essen (dpa). Ein Großaufgebot der Polizei hat gestern Abend in Mülheim/Ruhr ein Aufeinandertreffen der verfeindeten Rockergruppen Hells Angels und Bandidos verhindert. Mehrere Hundertschaften waren im Einsatz. Derzeit versuchen die Hells Angels, in Mülheim auf dem Gebiet der verfeindeten Bandidos Fuß zu fassen.

Die Ermittler hatten Informationen, nach denen «gezielte Machtdemonstrationen bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen» möglich waren. Entsprechend massiv trat die Polizei auf. Nach dpa-Informationen waren mehr als 1.000 Beamte in der ganzen Innenstadt im Einsatz.

17 Angehörige der beiden Gruppierungen und weiterer Unterstützer-Organisationen seien in Gewahrsam genommen worden, meldete die Polizei Essen noch gestern Abend. Sie mussten die Nacht bei der Polizei verbringen. Damit sollten Platzverweise für ein bestimmtes Gebiet in der Mülheimer Innenstadt durchgesetzt werden. Dort befindet sich ein Lokal, das von Hells Angels besucht wird.

Keine unbemerkte Zufahrt in die Innenstadt
An mehreren Zufahrtsstraßen zur Innenstadt sind gestern Abend zahlreiche Autos kontrolliert worden. Die Polizisten waren dabei mit Maschinenpistolen ausgestattet. Zeitweise kreiste auch ein Hubschrauber über der Stadt. Hunde waren ebenfalls im Einsatz. Auch Spezialkräfte standen bereit. Der Einsatz dauerte bis in den späten Abend hinein. 

Nachdem es in der vergangenen Nacht ruhig geblieben ist wurden die 17 vorläufig in Gewahrsam genommenen Angehörigen der Hells Angels und Bandidos nach Polizeiangaben wieder frei gelassen.

22.05.2013 Ta