«Automarder» sind auf Platin aus

ADAC: Diebstähle von Katalysatoren nehmen stark zu

Katalysatoren werden in Deutschland nach Angaben des ADAC immer häufiger aus Autos ausgebaut und gestohlen. Die Diebe haben es auf die darin verbauten Edelmetalle abgesehen.

München (dpa) – Katalysatoren werden in Deutschland nach Angaben des ADAC häufiger aus Autos ausgebaut und gestohlen. Bis September seien 239 Katalysatoren entwendet worden, teilte der Allgemeine Deutsche Automobil-Club am Freitag in München mit.

Die Daten gehen auf eine Auswertung der ADAC-Pannenhilfe zurück. Die Zahl liege in den ersten neun Monaten dieses Jahres bereits höher als in den Vorjahren. Im vergangenen Jahr zählte der ADAC 169 gestohlene Katalysatoren, 2018 waren es 77 und 2017 38 Diebstähle. Der Verband schätzt, dass die Dunkelziffer der tatsächlich gestohlenen Geräte noch weit höher liegt.

Je mehr Platin, desto umweltfreundlicher 
Katalysatoren sind etwa seit Beginn der 90er Jahre fester Bestandteil aller Autos und dienen der Abgasreinigung. Sie wandeln gefährliches Kohlenmonoxid (CO) unter anderem in Kohlendioxid (CO2) um. Dabei helfen Rohstoffe wie Platin. Je mehr Platin verbaut ist, desto besser funktioniert laut ADAC die Abgasreinigung. Wegen strengerer Abgasvorschriften benötigten die Fahrzeughersteller mehr von dem Metall, um umweltfreundlichere Autos produzieren zu können.

Der Automobilclub geht daher davon aus, dass die Diebe es vor allem auf das Platin abgesehen haben. Die Katalysatoren ließen sich recyceln, das gewonnene Platin könne anschließend den Herstellern wieder angeboten werden.

Ersatz kostet mitunter einen Tausender 
Vor allem ältere Modelle seien betroffen, da bei diesen Fahrzeugen die Katalysatoren leichter zugänglich sind als bei neueren. Autos ohne die Geräte sind deutlich lauter und verändern die Motorleistung. Ein Ersatz kostet laut ADAC inklusive Einbau zwischen 500 und 1.000 Euro.

Foto:  Marijan Murat / dpa

18.10.20 wel