Bares in der Pepsi-Dose

Der Berliner Erfinder Stefan Neser produziert ungewöhnliche Sicherheitsartikel

(vg). Alle zwei Minuten passiert ein Einbruch in Deutschland. Allein 50.000 werden pro Tag begangen. Grund genug, sein Hab und Gut sicher zu verstecken. Wie wär’s eingelegt in einer Sauerkraut-Dose? Welcher Einbrecher würde in dem Gemüse Bargeld und Schmuck vermuten?

Auf die Idee kam der Erfinder Stefan Neser bei einem Frankreich-Urlaub. Er war gemeinsam mit Freunden in einem Caravan unterwegs. Sie wollten gemeinsam an den Strand gehen. Aber wohin mit den Wertsachen?

Wieder zu Hause, fing er in seiner Küche an, Getränke- und Lebensmitteldosen in Geheimverstecke umzufunktionieren. Anfangs gab es ein paar Schwierigkeiten. Die leeren Getränkedosen beispielsweise wogen deutlich weniger als die Originale. Doch dieses Problem war schnell gelöst. Heute kann man auch vom Gewicht her keinen Unterschied zu den gefüllten Original-Dosen mehr feststellen.

Tarnung ist alles!
Inzwischen gibt es unzählige Varianten.Welche Dose soll´s denn sein? Weißbier, Sauerkraut oder doch lieber Schinkenwurst? Stefan Nesers Firma – PlasticFantastic in Berlin – produziert die neuen Produkte. Von der Batterie über die Getränkedose bis hin zum Blumentopf ist für jeden Geschmack und jede Anwendung etwas dabei. Welcher Einbrecher vermutet schon in einer von vielen Farbdosen in der Hobby-Werkstatt Geld oder Schmuck.

Im Gegensatz zu voluminösen und mitunter zentnerschweren Tresoren haben Nesers Verstecke den Vorteil, dass man sie auch unterwegs setzen kann. Zum Beispiel die Öl-Dose oder der Schraubenzieher fürs Auto. Die Kosten für solch ein Geheimversteck liegen zwischen 10 und 30 Euro. Nähere Informationen bietet Neser auf seiner Homepage www.geheimversteck.de. Dort kann man die ungewöhnlichen Sicherheitsaccessoires auch gleich bestellen. Auch individuelle Sonderanfertigungen – so Stefan Neser zu e110 – sind möglich. 

Der Präventionsexperte meint  
Und was sagen Experten der Kriminalprävention dazu? Andreas Fernberger vom Bayersichen Landeskriminalamt (BLKA) lobt den Einfallsreichtum des Berliner Erfinders: „Die umgebauten Dosen sind auf jeden Fall innovative Verstecke. Und sie können das Auffinden von Wertgegenständen durchaus erschweren.“

Aber der Experte ist auch skeptisch: „In punkto Sicherheit und Sicherheitstechnik allerdings sind sie nicht mit einem abschließbaren Tresor oder Safe zu vergleichen. Das Wort Tresor kommt aus dem Griechischen und heißt ja übersetzt Schatzkammer. Vom Ursprung her ist ein Tresor ein besonders gesichertes Behältnis für Wertsachen. Der Begriff Tresor oder Safe vermittelt dem Verbraucher eine mechanische Sicherheit, die bei den Dosen mit dem Schraubverschluss nicht gegeben ist.“ 

Fotos: Neser 

04.03.2012  wel