Bei SEK-Einsatz fallen Schüsse

Zwei Tote nach «Bedrohungslage»

Ein Mann verbarrikadiert sich in einer Wohnung, bedroht Polizisten. Spezialeinsatzkräfte erschießen ihn. Schließlich wird noch eine weitere Leiche gefunden. Schon vor Tagen soll der Erschossene diesen Mann getötet haben. 

Dieses Mehrfamilienhaus in Salzgitter hat ein Spezialeinsatzkommando (SEK) gestern Abend gestürmt.

Salzgitter (dpa) – Nach einem tödlichen SEK-Einsatz in Salzgitter ist der Hintergrund des Geschehens weiter unklar. Der von der Polizei gestern in einer «Bedrohungslage» erschossene 28-Jährige steht in Verdacht, bereits Tage zuvor in seiner Wohnung einen Mann getötet zu haben. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Braunschweig heute mit. In welchem persönlichen Verhältnis der Erschossene und der andere Mann stehen, ist noch nicht geklärt. Nach dem SEK-Einsatz war in der Wohnung des erschossenen Mannes eine männliche Leiche entdeckt worden.

Zu dem Polizeieinsatz war es gestern Abend in der Wohnung eines Bekannten des später Erschossenen gekommen. Der Wohnungsinhaber hatte die Rettungskräfte mit dem Hinweis alarmiert, dass der Mann ärztliche Hilfe benötige. Angerückte Beamte stießen in der Wohnung auf einen verwundeten Mann, der sich verbarrikadiert hatte. Sie zogen das Spezialeinsatzkommando (SEK) hinzu.

Konfrontation in dunklem Raum 
Die Beamten versuchten, mit dem Mann zu sprechen und ihn zur Kooperation zu überreden. Die Gespräche scheiterten jedoch. Die Beamten wurden von dem Mann in einem abgedunkelten Raum mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht.

Als der Mann auf Warnschüsse nicht reagierte, gab ein Beamter einen tödlichen Schuss ab. Ein Rettungssanitäter konnte dem Mann nicht mehr helfen. Die Kugel hatte ihn ins Rückenmark getroffen. Die Staatsanwaltschaft leitete ein Todesermittlungsverfahren ein. Gegen den Beamten selber wird nicht ermittelt.

Wie die Staatsanwaltschaft erklärte, ist noch nicht geklärt, woher die Verletzungen des später Erschossenen stammen. Der Wohnungsinhaber steht nicht im Verdacht, dem Mann etwas angetan zu haben. Hinweise auf Drogen oder Alkohol als Auslöser der «Bedrohungslage» haben die Ermittler nicht.

Gewaltverbrechen erschüttern Salzgitter 
Zuletzt hatten mehrfach Gewaltverbrechen Salzgitter erschüttert. Ende Januar erst hatte ein 33-jähriger Syrer einen 25 Jahre alten Iraker im Stadtteil Lebenstedt erschossen. Er soll mit der Liebesbeziehung des Irakers zu seiner Schwester nicht einverstanden gewesen sein.

Im Mai vergangenen Jahres erschoss ein 38-Jähriger nach einem Sorgerechtsstreit seine Ex-Partnerin auf offener Straße vor den Augen der vier Kinder. Ende Januar ist er zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Foto:  Rudi Karliczek / dpa

12.04.19 wel
aktualisiert: 17:00  wel