Brandstifter, die keine sind

Die Bilanz der Berliner Ermittler: Was für eine zähe Aufgabe!

Berlin (dapd). Autobrandstifter gesucht – viele andere Kriminelle ertappt: Bei den nächtlichen Sondereinsätzen gegen Autobrandstifter in Berlin hat die Polizei mehr als 100 Straftäter festgenommen. Das berichtete der Tagesspiegel“ am Freitag und berief sich auf interne Statistiken der Bundespolizei.

Die meisten Ertappten hatten mit Brandanschlägen gar nichts zu tun, sondern wurden etwa bei Drogendelikten oder Sachbeschädigungen ertappt. Bundes- und Landespolizei wollten dies nicht kommentieren. Jedoch haben die Erfolge der Sonderermittler auch ihren Preis.

Das Land Berlin müsse für die zehnwöchige Unterstützung durch Bundespolizisten 2,5 Millionen Euro zahlen, berichtete das Blatt. Aus Bundespolizei-Statistiken gehe hervor, dass durchschnittlich pro Nacht 256 Beamte für die Soko „Feuerschein“ abgeordnet wurden.

Für den Einsatz mussten auch zahlreiche Berliner Zivilpolizisten nachts auf die Straße und fehlten der Zeitung zufolge bei anderen Einsätzen. In den ersten elf Monaten 2011 seien knapp 10.000 Wohnung aufgebrochen worden und damit 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Andere Kriminelle reiben sich die Hände
Experten vermuteten, dass sich der geringe Fahndungsdruck bei organisierten Einbrecherbanden schnell herumgesprochen habe und deshalb mehr Delikte zu verzeichnen seien. Jedoch stellten die Ermittler auch mehrere Verdächtige, die Autos angezündet haben sollen.

Ein im Oktober festgenommener 27-Jähriger gestand, aus Frust über seine Arbeitslosigkeit 67 Autos angezündet zu haben. Ein 25-jähriger Brandstifter war Ende November vom Landgericht Berlin zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

31.12.2011 dv