Laut Caritas: Eichstätter Pfarrer soll Frauen in Altenheim sexuell belästigt haben

Eichstätt (dpa) – Ein inzwischen gestorbener katholischer Pfarrer aus dem Bistum Eichstätt soll noch Jahrzehnte nach den ersten Missbrauchsvorwürfen gegen ihn Frauen sexuell belästigt haben. Wie der Eichstätter Kreisverband der Caritas mitteilte, haben Zeugen den Mann beschuldigt, in den Jahren 2011 und 2012 als Hausgeistlicher eines Seniorenheims in Schwabach sexuell übergriffig geworden zu sein. Die ersten Vorwürfe gegen den Pfarrer hatte es in den 60er Jahren gegeben.  Damals hatte die Kirche ihn als Missionar nach Afrika versetzt.

Im Seniorenheim St. Willibald in Schwabach soll der Pfarrer laut Caritas sowohl Mitarbeiterinnen als auch Bewohnerinnen belästigt haben. Die Ursprünge des Falls liegen über ein halbes Jahrhundert zurück. Der Pfarrer war in den 60er Jahren als junger Mann nach Missbrauchsvorwürfen von Mädchen und Frauen ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Rückkehr nach Verjährung  
Das Bistum Eichstätt hatte vor einigen Wochen bestätigt, dass der Mann anschließend mit Unterstützung des damaligen Bischofs als Missionar nach Afrika geschickt wurde. Dort war er vor Strafverfolgung in Deutschland geschützt. Nach Verjährung der Vorwürfe war der Pfarrer in den 80er Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. 2006 wurde er laut Caritas Hausgeistlicher des Schwabacher Seniorenheims.

Die Heimleitung verbot dem Mann laut Mitteilung Kontakte ohne Begleitung zu den Bewohnerinnen und Bewohnern und drängte ihn zum Auszug aus seiner Dienstwohnung. Ob die Heimleitung damals die Staatsanwaltschaft informierte, geht aus der Stellungnahme nicht hervor.

19.11.22 wel