Auch in Niedersachsen: Clan-Kriminalität hat absolute Priorität

Osnabrück (dpa) – Die niedersächsische Polizei hat im vergangenen Jahr 822 Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität eingeleitet. Das berichtet die «Neue Osnabrücker Zeitung» (NOZ) unter Berufung auf das Landeskriminalamt. 2017 waren es nach LKA-Angaben noch 880 Verfahren. Wie das Blatt aus Sicherheitskreisen erfuhr, soll die Zahl im ersten Halbjahr 2019 deutlich über 500 gelegen haben. Das LKA bestätigte dies zunächst nicht, wie es heißt.

Bei den Straftaten, die Clans zugeordnet werden, handelt es sich nach «NOZ»-Angaben an erster Stelle um Körperverletzungen. Einen besonderen Schwerpunkt machen die Beamten zudem im Bereich des Callcenter-Betrugs aus: Senioren erhalten etwa Anrufe von falschen Polizisten oder vermeintlichen Verwandten – etwa mit dem «Enkeltrick». Sie werden derart unter Druck gesetzt, dass sie Geld an Mittelsmänner übergeben oder direkt überweisen.

Die Polizei in Niedersachsen hatte in jüngerer Zeit wiederholt angekündigt, verstärkt gegen Clan-Kriminalität vorgehen zu wollen. «Die Polizei hat das Thema Clan-Kriminalität mit absoluter Priorität im Blick und nimmt das Phänomen sehr ernst», sagte LKA-Präsident Friedo de Vries im Januar nach einer Expertentagung.

12.08.19 wel