«CORONA» und die kriminellen Folgen – Aktuelles aus den Polizeiberichten

05.04.20 wel

Bierselige Versammlung mitten in der Stadt 
Wiesbaden (dpa) – Sonnenschein und frühlingshaft milde Temperaturen haben die Menschen am Wochenende trotz «Corona»-Virus-Pandemie nach draußen gelockt. Dabei wurden landauf landab das Kontaktverbot und die Abstandsregelungen eingehalten. Doch es gab auch Ausnahmen.
So hat die Polizei in Wiesbaden eine Versammlung von rund 25 Menschen aufgelöst, die sich auf einem Platz in der Innenstadt aufhielten. Mehrere Streifenwagen rückten gestern Abend an, da die teils betrunkenen Männer und Frauen ziemlich aggressiv waren. Ein Beamter wurde ins Gesicht geschlagen und leicht verletzt.
Eine 34-Jährige beleidigte die Beamten fortwährend, schnippte eine brennende Zigarette in Richtung eines Polizisten und versuchte, ihn zu bespucken. Gegen einen 34-Jährigen, der die Beamten ebenfalls bedrohte und beleidigte, lag sogar ein Haftbefehl vor. Er wurde auf direktem Weg ins Gefängnis gebracht. Ein 53-Jähriger kam in Gewahrsam.
Bilanz des Abends: Vier Strafanzeigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, eine Anzeige wegen Drogenbesitzes und mehrere Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die «Corona»-Kontaktregeln.


04.04.20 wel

1.800 Atemmasken aus Lagerhalle gestohlen 
Ludwigshafen (dpa) – Aus einer Lagerhalle in Ludwigshafen sind Kartons mit insgesamt 1.800 Atemschutzmasken gestohlen worden. Diese hätten einen Wert von 12.000 Euro, teilt die Polizei mit. Von den Dieben, die bereits vor einer Woche in die Halle einer Firma eingedrungen waren, fehlt jede Spur.

Bei «Corona»-Kontrolle Polizisten mit Messer bedroht
Wismar (dpa) – Bei einer Polizeikontrolle in Wismar wegen der «Corona»-Kontaktsperre hat ein Mann ein Messer gezückt und die Beamten bedroht. Erst als ein Polizist seine Pistole zog und auf ihn richtete, ließ der 42-Jährige das Messer fallen. Der Mann – laut Polizeibericht stark betrunken – gehörte zu einer fünfköpfigen Gruppe, die offensichtlich gegen das Kontaktverbot verstieß.
Alle Betroffenen wurden wegen einer Ordnungswidrigkeit angezeigt. Gegen den 42-Jährigen laufen zudem Ermittlungen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Auch nach mehrfacher Aufforderung, das Messer fallen zu lassen, soll er damit in Richtung der Beamten gestikuliert haben.

Aufruf zur Demo gegen «Corona»-Auflagen
Weinheim (dpa) – Weil er im Internet zu einer Demonstration gegen die Ausgangsbeschränkungen aufgerufen haben soll, hat die Polizei einen Mann aus dem baden-württembergischen Weinheim festgenommen. Mit der Demonstration, bei der sich viele Menschen in der Öffentlichkeit versammelt hätten, habe der Mann nach den aktuellen Regelungen zur Eindämmung der «Corona»-Krise zu einer Straftat aufgerufen, erklärte ein Sprecher der Polizei. Ohne die «Corona»-Auflagen wäre der friedliche Protestmarsch kein Problem gewesen.
Der 32-Jährige hatte vor zwei Wochen in einem Internetportal anonym einen friedlichen Protestmarsch organisieren wollen. Potenzielle Teilnehmer soll er aufgefordert haben, Kinder mitzubringen, um sich vor der Polizei zu schützen. Zahlreiche Menschen, die den Aufruf lasen, verständigten die Polizei.
Über den Anbieter des Internetportals machten die Ermittler den 32-Jährigen ausfindig. Bei einer Wohnungsdurchsuchung gestern stellten die Beamten Datenträger, drei Laptops, Festplatten, ein Tablet und ein Smartphone sicher. Der 32-Jährige kam nach der vorläufigen Festnahme wieder auf freien Fuß.


03.04.20 wel

«Piraterie»: USA konfiszieren Schutzmasken für Berlin
Berlin (dpa) – Berlin muss in der «Corona»-Krise auf eine dringend benötigte Lieferung von 200.000 medizinischen Schutzmasken verzichten. Grund: Die USA haben die Ware in Bangkok konfisziert, wie Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) heute mitteilte. Die Masken der Klasse FFP-2, die vor Ansteckung mit dem Virus schützen können, waren nach seinen Angaben für die Polizei der Hauptstadt bestimmt. Berlin habe sie bei einem US-Unternehmen bestellt und bezahlt. Nach Recherchen des «Tagesspiegel» wurden sie in China hergestellt, offizielle Angaben dazu liegen nicht vor.
Geisel kritisierte das Vorgehen der USA scharf. «Wir betrachten das als Akt moderner Piraterie», erklärte er. «So geht man mit transatlantischen Partnern nicht um. Auch in globalen Krisenzeiten sollten keine Wildwest-Methoden herrschen.»

Nach fünf Corona-Partys: 34-Jähriger in Gewahrsam
Bamberg (dpa) – Nach wiederholten «Corona»-Partys ist ein Mann in Oberfranken für zwei Wochen in Gewahrsam genommen worden. Bis zum derzeitigen Ende der Ausgangsbeschränkungen am 19. April muss der 34-Jährige in einer Justizvollzugsanstalt bleiben, teilte die Polizei heute mit. Dort soll er über sein Verhalten nachdenken. Die Polizei war in der vergangenen Woche viermal zur Wohnung des Mannes in Bamberg gerufen worden, weil er Bekannte zum Alkoholtrinken eingeladen hatte. Beim fünften Mal – gestern Abend – nahmen die Beamten den Mann mit. Im Rahmen der Ausgangsbeschränkungen sind private Treffen derzeit verboten, um die Ansteckungsgefahr mit dem «Corona»-Virus zu minimieren.

Vorsicht vor Phishing-Mails 
Mainz (dpa) – Das Landeskriminalamt und der Verbraucherschutz haben vor weiteren Tricks der Betrüger in der «Corona»-Krise gewarnt. Per Phishing-Mails werden zum Beispiel Einkaufsgutscheine versprochen. So wollen die Betrüger Kontodaten erfahren und Schadsoftware auf den Computer schleusen. Zudem nutzen Drückerkolonnen die derzeit verbreitete Heimarbeit, um an der Haustür oder per Telefon Verträge aufzuschwatzen.

Pfarrer liest Klopapier-Dieb die Leviten
Rösrath (dpa) – Ein Pfarrer aus Rösrath bei Köln hat einem Toilettenpapier-Dieb auf humorige Art die Leviten gelesen. Der Unbekannte habe während des letzten Gottesdienstes, der vor der «Corona»-Krise noch möglich war, nahezu den gesamten Klopapier-Vorrat aus dem evangelischen Gemeindehaus gestohlen. Daraufhin veröffentlichte Pfarrer Thomas Ruscha auf der Gemeinde-Homepage einen Andacht-Text: «Lieber Dieb, wenn Du dies liest: Ich wünsche Dir einen ’segensreichen Gebrauch‘, und hiermit erteile ich Dir pastorale ‚Absolution‘.» Eine Bitte fügt der Pfarrer allerdings noch an: «Bitte teile mit Deinen Nachbarn».
Der Vorfall vom 15. März ärgere ihn nicht, sondern habe ihn vielmehr dazu angeregt, mit einem Augenzwinkern über das Thema zu sinnieren, sagte Rusch. Und so suchte er für die Andacht Bibelstellen heraus, die das «tägliche Bedürfnis» erwähnen und schlussfolgerte: «Beten wir dafür, dass Gott seine Verheißungen wahr macht und uns aus der «Schei..» rausholt. Und dass wir den Blick für unseren Nachbarn haben, der kein Toilettenpapier mehr hat!»


02.04.20 wel

Cyberkriminelle nutzen «Corona»-Krise aus 
Bonn (dpa) – Cyberkriminelle nutzen derzeit verstärkt die «Corona»-Krise für Tricks und Angriffe aus. Vor allem werde das gesteigerte Informationsbedürfnis vieler Bürgerinnen und Bürger ausgenutzt, teilt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn mit. So beobachte das BSI «eine exponentielle Zunahme an Registrierungen von Domain-Namen mit Schlagwörtern wie «corona» oder «covid»». Neben der Nutzung für legitime Informationsangebote dienten viele dieser Domain-Namen kriminellen Machenschaften. Nutzer würden auf solchen Webseiten zum Download und anschließender Installation vermeintlicher Software-Updates aufgefordert. «Tatsächlich werden die Systeme der Nutzer dadurch mit Schadprogrammen infiziert.»
Auch würden Spam-Mails mit angeblichem «Corona»-Bezug im Dateianhang zur Verbreitung von Schadprogrammen versendet. Nach einer erfolgreichen Infektion könnten die Angreifer in das Online-Banking der Nutzer eingreifen oder Zugriff auf Unternehmensnetzwerke erlangen, um sensible Informationen auszuspähen oder Daten zu verschlüsseln und die Opfer zu erpressen.

Dubioser Spendenaufruf 
Dortmund (dpa) – Die Polizei in Dortmund warnt vor einer Betrugs-Mail mit einem Spendenaufruf für eine angebliche «Corona-Hilfe». Die E-Mail appelliert mit emotionaler Sprache an Mitgefühl und Verantwortung der Empfänger und ruft am Ende des fehlerfrei formulierten Textes zu einer Spende auf. Jedoch ist davon auszugehen, dass die Absender ihre Post massenhaft und in betrügerischer Absicht versenden, so die Polizei.

Atemschutzmasken und Einmalhandschuhe aus Auto geklaut
Frankfurt/Main (dpa) – Aus einem geparkten Auto im Frankfurter Bahnhofsviertel sind Atemschutzmasken und Einweghandschuhe geklaut worden. Der 51 Jahre alte Besitzer des Autos hatte gestern Morgen eine kaputte Seitenscheibe bemerkt. Als er nachschaute, was geklaut wurde, stellte er fest, dass ausschließlich zehn Masken und zehn Paar Handschuhe fehlten. Finanzieller Wert: 20 Euro.


01.04.20 wel

Desinfektionsmittel und Ausrüstung aus Rettungswagen geklaut 
Iserlohn (dpa) – Während eines Einsatzes hat ein junger Mann aus einem Rettungswagen im Sauerland nicht nur Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel gestohlen, sondern auch gleich noch Teile der Ausrüstung. Der Dieb rüttelte am Dienstagabend in Iserlohn zunächst vergeblich an der Hintertür des Einsatzwagens der Feuerwehr, wie ein Zeuge beobachtete.
Über die Fahrertür gelangte er schließlich ins Wageninnere und griff dann gleich mehrfach zu: Der Dieb holte zwei Flaschen Desinfektionsmittel, zwei Packungen Einweghandschuhe, einen Einsatzhelm, eine Warnweste, ein Brecheisen und einen Seitenschneider aus dem Einsatzwagen. Der etwa 20 bis 30 Jahre alte Mann, der vermutlich angetrunken war, verlor auf der Flucht dann die Warnweste.

Tübingen engagiert wegen «Corona» privaten Sicherheitsdienst 
Tübingen (dpa) – Die Stadt Tübingen hat wegen der «Corona»-Krise einen privaten Sicherheitsdienst angeheuert. Mehrere Streifen sind nachts in der Altstadt unterwegs und halten Ausschau nach verdächtigen Handlungen, die auf Einbruchsversuche hindeuten. Außerdem soll der Sicherheitsdienst prüfen, ob das Versammlungsverbot eingehalten wird und ob es zu Ruhestörungen kommt.

Männer mit Mundschutz überfallen Tankstelle 
Berlin (dpa) – Drei Räuber haben in Berlin die «Corona»-Krise ausgenutzt, um mit Mundschutz maskiert eine Tankstelle zu überfallen. Die Männer betraten die Tankstelle in Berlin-Weißensee. Alle waren mit einem Mundschutz ausgerüstet, was die Kassiererin in der aktuellen Situation nicht gewundert hat. Als die 63-jährige Angestellte die Kasse öffnete, zog einer der Täter eine Art Säbel aus seiner Jacke und schlug nach der Frau. Als sie zurückwich, nahmen die beiden anderen das Geld aus der Kasse. Danach flüchteten die Täter.


31.03.20  wel

Gericht lehnt Eilantrag ab: Eiscafé bleibt geschlossen
Minden (dpa) – Ein Eiscafé-Betreiber aus dem Kreis Lippe darf sein Geschäft nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Minden derzeit nicht öffnen. Der Geschäftsmann hatte sich per Eilantrag gegen die Entscheidung der Behörden zur Eindämmung der «Corona»-Infektionszahlen und gegen die Schließung gewandt.
Nach Meinung der Richter bietet der Antragsteller mit Kaffee und Eis keine lebenswichtigen Güter zur Versorgung der Bevölkerung an. Auch ein Außerhaus-Verkauf komme nicht infrage. Durch die Bildung einer Warteschlange vor dem Café werde eine Weiterverbreitung des Virus begünstigt. Die Maßnahmen seien verhältnismäßig, da beim Besuch der Eisdiele nicht lebensnotwendige Sozialkontakte verursacht würden und damit die Gefahren für das Gesundheitssystem stiegen (Az.: 7 L 246/20, Beschluss vom 27. März).

Ex-Agent warnt: Terrorgefahr durch «Corona»
Berlin (dpa) – Einer der wohl prominentesten europäischen Geheimdienstler, der frühere Agent des deutschen Geheimdiensts BND, Gerhard Conrad, warnt vor einer Bedrohung der Sicherheit durch die Covid-19-Pandemie. Vor allem in besonders schwer betroffenen Ländern könne es zu einer Schwächung der Sicherheitsstrukturen und damit zu einem Wiedererstarken terroristischer Netzwerke kommen, sagte Conrad in einem Zeitungsinterview. Deshalb müsse gerade in einer solchen Lage sowohl in Deutschland als auch international der Druck auf terroristische Strukturen aufrechterhalten werden, forderte Conrad.
Der frühere Staatsminister und Geheimdienstkoordinator der Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl, Bernd Schmidbauer, sagte, alle im Zusammenhang mit der Pandemie stehenden Informationen seien derzeit für Deutschland extrem wichtig. «Vor allem die Gefahr durch Extremisten und Terroristen, die eine solche Lage für ihre Zwecke ausnutzen wollen, ist groß», meint auch Schmidbauer. Er denke etwa an Netzwerke in den Maghreb-Staaten und im Nahen Osten.

Rasender Pizza-Bäcker begründet Tempoverstoß mit «Corona»-Krise
Lüdenscheid (dpa) – Ein rasender Pizza-Bäcker hat der Polizei eine angebliche Notlage für seine exorbitante Geschwindigkeitsüberschreitung aufgetischt. Der Mann war gestern in Lüdenscheid mit 95 Stundenkilometern geblitzt worden; erlaubt waren 50. Der Pizza-Bäcker schob alles auf «Corona»: Er müsse noch schnell zu einem Großhändler, weil ihm sein Mehl ausgegangen sei. Und der Großhändler schließe gleich, sagte er den Beamten. Normalerweise halte er sich immer an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Trotzdem: Ein Monat Fahrverbot und 200 Euro Bußgeld drohen ihm.

Weder Abstand noch Anstand 
Niederzier (dpa) – Nach einem Streit um den nötigen Abstand an der Theke eines Supermarkt-Bäckers sind bei einem 40-Jährigen in Niederzier bei Düren die Sicherungen durchgebrannt. Erst ignorierte er die Absperrungen, mit denen der «Corona»-Abstand eingehalten werden soll. Dann stritt er sich mit einem 58 Jahre alten Kunden. Nachdem er von einem Sicherheitsmann aus dem Laden komplementiert worden war, griff er den später herauskommenden 58-Jährigen von hinten an und verletzt ihn. Der 40-Jährige bekam nach dem Vorfall Hausverbot und eine Anzeige.


30.03.20 wel

Freiheitsdrang eingebremst – Wegen «Corona»-Verstößen im Knast 
Landshut (dpa) – Dreimal soll ein Mann in Landshut gegen die Ausgangsbeschränkungen im Zusammenhang mit der «Corona»-Pandemie verstoßen haben – nun sitzt er im Knast. Der 27-Jährige hat sich am Samstag draußen mit einem Freund zum Alkoholtrinken und Rauchen getroffen. Bereits in den Tagen zuvor hatte er laut Polizei zwei Anzeigen wegen Verstößen gegen die Beschränkungen erhalten und mehrere Hundert Euro Strafe gezahlt. Trotzdem zeigte sich der Mann uneinsichtig. «Da haben wir ihn für eine Woche aus dem Verkehr gezogen», sagte ein Polizeisprecher. Noch bis nächstes Wochenende soll der 27-Jährige in der JVA Landshut in Gewahrsam bleiben.

Selbstjustiz wegen «Corona» –  Hautreizende Flüssigkeit ins Gesicht gesprüht
Dortmund (dpa) – Offenbar aus Unmut über eine Unterhaltung mehrerer Menschen trotz Kontaktbeschränkungen hat ein Radfahrer einen Passanten mit hautreizender Flüssigkeit besprüht. Der 41-Jährige wurde im Gesicht getroffen und hat ein starkes Brennen und Tränenfluss verspürt. Zwei Männer aus Dortmund hatten der Polizei gegenüber angegeben, dass ein Fahrradfahrer sie aus kurzer Distanz angesprüht habe, als sie sich mit zwei vorbeigehenden Frauen unterhalten hatten. Zuvor hatte der flüchtige Radfahrer die Passanten auf das Infektionsschutzgesetz hingewiesen. Die Polizei fahndet nun nach dem Unbekannten.

Ekliger Widerstand – Polizisten werden bespuckt und angehustet 
Berlin (dpa) – Die Berliner Polizei beklagt, dass es bei den Kontrollen zu den Corona-Regeln vereinzelte Übergriffe mit Anspucken und Anhusten gegen Polizisten kommt. Die Bevölkerung verhalte sich in weiten Teilen zwar vorbildlich, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik heute. «Wir haben aber einzelne Ausnahmen, wo wir angespuckt oder angehustet werden. Das entzieht sich absolut meinem Verständnis. Das finde ich unglaublich. Wir werden das auch ahnden als gefährliche Körperverletzung.»

Falsche Polizisten erbeuten mit «Corona» 30.000 Euro 
Boxberg (dpa) – Sie machen sich die Angst vor dem «Corona»-Virus zunutze: Betrüger haben in Boxberg (Main-Tauber-Kreis) eine 79-Jährige dazu gebracht, ihre EC-Karten sowie die Zugangsdaten zu ihren Konten vor die Tür zu legen. So erbeuteten die Täter 30.000 Euro.
Die Betrüger gaben sich als Beamte des Bundeskriminalamts aus, die die Frau vor Straftaten in der Nachbarschaft schützen wollten. Man werden sich für sie um den Schutz ihres Vermögens kümmern, bot der Anrufer an. Um sich nicht mit dem «Corona»-Virus zu infizieren, sollte die Frau ihre Karten und Daten vor die Tür legen, was sie auch tat.
Diese Betrugsmasche ist laut Polizei in den vergangen Tagen mehrfach genutzt worden. Bisher wurden zwei Fälle gemeldet, doch die Beamten gehen von einer höheren Dunkelziffer aus.


29.03.20  wel

«Kennste Corona?» – Strafverfahren wegen Spuck-Attacke
Bergisch Gladbach (dpa) – Mit einer Spuck-Attacke hat ein Radfahrer in Bergisch Gladbach einen Autofahrer in Gefahr gebracht. Die beiden Männer hatten sich gestern wegen einer Verkehrssituation gestritten. Plötzlich soll der 54 Jahre alte Radfahrer den anderen angespuckt und zynisch gefragt haben: «Kennste Corona?». Der Autofahrer schlug dem Radfahrer daraufhin ins Gesicht. Die Polizei leitete ein Strafverfahren ein.

Verstöße gegen «Corona»-Maßnahmen und Ansteckungsdrohungen
Alzenau (dpa) – Acht Tage nach Inkrafttreten von Ausgangsbeschränkung und Kontaktverbot hält sich nicht jeder an die Maßnahmen gegen das «Corona»-Virus. Eine 39-Jährige hat über eBay-Kleinanzeigen weiterhin Termine für Wimpernvolumenbehandlungen angeboten, teilt die Polizei mit. Die Behandlungen führt sie in ihrer Wohnung in Alzenau (Landkreis Aschaffenburg) durch. Gegenüber der Polizei gab sie an, die Regelungen «nicht verstanden» zu haben.
Einen heimlichen Friseursalon betrieben hat ein 25-Jähriger in einem Schrebergarten in Unterfranken. Mehrere Kunden warteten laut Polizei bei dem provisorischen Salon in Würzburg auf eine neue Frisur, als die Polizei auftauchte.
Darüber hinaus gab es in Aschaffenburg gleich zwei Fälle von Ansteckungsdrohungen. Ein 27-Jähriger soll einer 39-Jährigen im Streit gegen den Rücken gespuckt haben. Bei einem anderen Streit soll ein Unbekannter einer 67-Jährigen ins Gesicht gespuckt haben. Die Frau stürzte beim Ausweichen und brach sich die Hand.


28.03.20 wel

Gefälschte Soforthilfe-Anträge für Firmen
Stuttgart (dpa) – Das Landeskriminalamt in Baden-Württemberg warnt Unternehmen vor Betrügern im Zusammenhang mit «Corona»-Soforthilfen. Im Internet seien Seiten aufgetaucht, auf denen in Bedrängnis geratene Unternehmen aufgefordert werden, ein vermeintliches Formular dafür auszufüllen und hochzuladen, teilt die Behörde mit. Die Firmen wurden teils gezielt telefonisch kontaktiert und auf die Internetseiten hingewiesen. Dabei hatte sich der Anrufer als Angehöriger der offiziellen Stellen zur Abwicklung der Soforthilfe ausgegeben.
Die Polizei warnt davor, persönliche und Unternehmensdaten auf solchen Seiten im Internet preiszugeben. Stattdessen sollten Unternehmen für die Anträge auf Soforthilfe ausschließlich die Internetseiten von offiziellen Landesstellen nutzen – wie Ministerien und Landesförderbanken mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammern.

Außer «Corona» drohen Computerviren
Bonn (dpa) – Die IT-Experten des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sehen in der Corona-Krise ein erhöhtes Bedrohungsrisiko für Dutzende «systemkritische» Unternehmen. «Dazu zählen große Produzenten von Medizinprodukten, Pharmaunternehmen und medizinische Forschungseinrichtungen», teilte die Behörde mit. Man habe die Firmen im Zuge der «Corona»-Krise kontaktiert und zu einer «Reevaluierung» und gegebenenfalls Anpassung ihrer IT-Sicherheitsmaßnamen geraten. «Das BSI sieht vor dem Hintergrund der aktuellen Krise für diese Unternehmen ein erhöhtes Bedrohungsrisiko.»
Das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» hat darüber berichtet. Dem Bericht zufolge herrscht bei den deutschen Sicherheitsbehörden unter anderem Sorge vor Cyber-Attacken auf Krankenhäuser, wie es sie in der Vergangenheit bereits gegeben hat. In der aktuellen Pandemie wären sie noch gravierender als ohnehin schon.

40 Rollen Klopapier aus Schloss gestohlen
Lauchheim (dpa) – Diebe haben aus einem abgeschlossenen Raum neben einer öffentlichen Toilette im  Schloss Kapfenburg  in Lauchheim 40 Rollen Klopapier gestohlen. Außerdem nahmen sie Papierhandtücher und Seife mit. Laut Polizei hatten sich die Unbekannten zwischen Dienstag und Freitag Zutritt zu den Räumlichkeiten verschafft. Der Schaden ist gering – im unteren zweistelligen Bereich. Den hinzugerufenen Polizeibeamten fehlten aber die Worte, wie es weiter heißt.
In dem Schloss – derzeit wegen der «Corona»-Krise geschlossen – ist eine Musikakademie untergebracht.

Sicherheitsmann vor Supermarkt geschlagen
Magdeburg (dpa) – Drei Vermummte haben vor einem Magdeburger Einkaufsmarkt den Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes angegriffen, der für die Einhaltung der «Corona»-Regelungen sorgte. Am Freitagabend versetzten sie dem 49-Jährigen vor dem Gebäude einen Schlag gegen den Kopf. Danach sind die Täter geflüchtet. Der Wachmann wurde im Krankenhaus behandelt.


27.03.20 wel

Drogendealer nach «Corona»-Kontrolle in Haft
Chemnitz (dpa) – Bei einer Kontrolle zur Einhaltung der Vorsichtsmaßnahmen gegen die «Corona»–Pandemie sind in Chemnitz zwei mutmaßliche Drogendealer aufgeflogen. Beamte der Bereitschaftspolizei haben gestern Abend einen 23-Jährigen und einen 26-Jährigen angehalten. Dabei fanden sie bei dem Älteren jeweils mehr als 100 Gramm Cannabis und Crystal.
Im Zuge weiterer Ermittlungen sind Kriminalbeamte auf eine Wohnung im Stadtzentrum gestoßen. Bei der Durchsuchung der Wohnung, in der sich ein 19 Jahre alter Bekannter des 26-Jährigen aufhielt, wurden nochmals knapp 400 Gramm Cannabis sowie Ecstasy-Tabletten entdeckt. Die Männer sitzen nun in Untersuchungshaft.

Absichtlich angehustet – Strafverfahren gegen 38-Jährigen
Brilon (dpa) – Mit den Worten «Ich habe Corona» hat ein 38-Jähriger einen jungen Mann an einer Supermarkt-Kasse angehustet – und nun ein Strafverfahren wegen Körperverletzung am Hals. Der 38-Jährige war in Brilon aggressiv aufgetreten und habe sich über eine kurzzeitig unbesetzte Kasse aufgeregt. Ein 24-Jähriger hat versucht, den Mann zu beruhigen. Dabei wurde er dann absichtlich angehustet. Ob der 38-Jährige tatsächlich mit dem «Corona»-Virus infiziert ist, muss nun das Gesundheitsamt prüfen.
Auch in Gütersloh wurden Menschen absichtlich angehustet. In der Fußgängerzone hat ein 52 Jahre alter Rollstuhlfahrer gestern Mittag mehrere Menschen grundlos bedrängt. Eine 57-Jährige, die er zuerst belästigt und anhustet hatte, verständigte die Polizei. Auch für den Gütersloher zieht das ein Strafverfahren wegen Körperverletzung nach sich.

1.500 Schutzmasken aus Klinik geklaut
Hamburg (dpa) – Unbekannte Täter haben rund 1.500 Schutzmasken aus einem Krankenhaus in Hamburg gestohlen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 15.000 Euro. Nur befugte Personen hatten Zugang zu dem Masken-Depot, so die Polizei. Dies grenze den Verdächtigenkreis ein. Das Landeskriminalamt hat den Fall übernommen.

Trickbetrüger nutzen «Corona»-Krise und bringen Rentner um Erspartes
Konstanz (dpa) – Trickbetrüger haben einen Rentner aus Konstanz um einen Teil seines Vermögens gebracht. Ein angeblicher Kriminalkommissar rief bei dem Rentner an und teilte ihm mit, man habe zwei mit dem «Corona»-Virus infizierte Einbrecher festgenommen. Acht weitere Einbrecher seien auf der Flucht. Die Polizei habe einen Zettel gefunden, dem zu entnehmen war, dass der Rentner das nächste Ziel der Einbrecherbande sein werde. Deshalb gelte es nun, das Vermögen des Mannes zu sichern: Der Mann solle Bargeld sowie Goldmünzen in einer weißen Stofftasche vor die Haustür legen. Der Rentner kam der Aufforderung am Mittwoch nach. Noch während des Telefonats wurde die Stofftasche abgeholt.
Die Trickbetrüger hatten angekündigt, gestern erneut zu kommen, um weitere Wertgegenstände abzuholen. Doch dazu kam es nicht: Durch einen Zeitungsartikel wurde dem Rentner klar, dass er reingelegt worden war und er kontaktierte die Polizei.


26.03.20 wel

Tatort: Toilettenwagen
Gummersbach (dpa) – Einbrecher haben in Gummersbach 20 Rollen Klopapier aus einem Toilettenwagen gestohlen. Der Wagen stand auf einem leerstehenden Kirmesgelände. «In dem Toilettenwagen hatten es die Diebe nur auf eines abgesehen – Klopapier», schrieben die Ermittler in ihrem Polizeibericht. Die Täter sind nicht bekannt.
In der Corona-Krise häufen sich die Meldungen über gestohlenes Toilettenpapier. In vielen Drogerien und Supermärkten war die Ware in den vergangenen Tagen vergriffen. In Würselen und in Kiel schlugen Täter Autoscheiben ein, um an mehrere im Wagen liegende Rollen beziehungsweise Pakete mit dem begehrten Papier zu kommen.

Betrüger wollen Bankdaten 
Cham (dpa) – Eine 69-jährige Frau erhielt einen Anruf, dass ihre Hausbank aufgrund der «Corona»-Krise geschlossen werden müsse. Der Anrufer gab sich als Mitarbeiter der Bank aus und erkundigte sich nach ihren Bankdaten. Obwohl die 69-Jährige nicht auf den Betrugsversuch hereinfiel, versuchten die Anrufer bei der Bank per Telefon, mit den Daten der Frau Geld überweisen zu lassen. Die Banker taten das nicht. Die Polizei ermittelt wegen versuchten Betrugs.

Häftlinge nähen Schutzmasken gegen Virus
Dresden (dpa) – Insassen der Gefängnisse in Chemnitz und Torgau unterstützen das Deutsche Rote Kreuz und die Polizei mit der Herstellung von Schutzmasken gegen das Coronavirus. Außerdem nähen sie für den eigenen Bedarf der Justiz, wie das zuständige Ministerium in Dresden heute mitteilte. Die von den Gefangenen gefertigten Masken sorgten dafür, dass Hilfsorganisationen und Polizei einsatzfähig bleiben, so Justizministerin Katja Meier (Grüne) nach einem Besuch der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz. In der Näherei der JVA wurden seit letzter Woche 15.000 Mund-Nase-Schutzmasken aus medizinischem Vlies hergestellt. In der JVA Torgau sind es täglich 2.000 Stück.


25.03.20  wel

Falsche Polizisten kontrollieren angebliche «Corona»-Ausgangssperre 
Winterberg (dpa) – Falsche Polizisten haben in Winterberg versucht, Bußgeld wegen eines vermeintlichen Verstoßes gegen Ausgangsbeschränkungen in der «Corona»-Krise zu kassieren. Zwei blau uniformierte Männer haben am Montag in einem zivilen Wagen mit Blaulicht einen Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit gestoppt. Die angeblichen Polizisten warfen dem Autofahrer vor, gegen das angeblich bestehende Ausgehverbot zu verstoßen und verlangten ein Bußgeld von 95 Euro in bar. Der misstrauisch gewordene Autofahrer hielt ihnen entgegen, die Polizei in NRW akzeptiere nur bargeldlose Zahlungen. Daraufhin suchten die Möchtegern-Polizisten das Weite.

Wegen «Corona»: Polizei registriert weniger Kriminalität 
Hamburg (dpa) – Die von der Politik aufgrund der Corona-Pandemie verordneten Beschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens haben positive Auswirkungen auf die Kriminalstatistik. «Grundsätzlich haben wir allgemein einen Rückgang bei den Delikten», sagte ein Polizeisprecher  in Hamburg. Selbst Einbrüche in Läden scheinen für Einbrecher kein Thema zu sein.  Die Gründe für den deutlichen Rückgang der registrierten Straftaten und Delikte sind dem Sprecher zufolge eindeutig: «Weil keiner auf der Straße ist. Es kann keiner beraubt oder bestohlen werden. Es ist keiner da.»

Rotes Kreuz warnt vor Betrügern 
Berlin (dpa) – Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat vor Betrügern gewarnt, die die «Corona»-Krise ausnutzen und sich als DRK-Mitarbeiter ausgeben. So fordern sie Einlass in die Wohnungen von Senioren, teilte das Rote Kreuz heute in Berlin mit. Einer älteren Frau seien so bereits 300 Euro gestohlen worden. Die Männer sollen mit falschen DRK-Ausweisen und Mitgliederlisten ausgestattet sein.

Coronavirus-Krise ruft Kriminelle auf den Plan
Augsburg/Halberstadt (dpa) – Zwei Männer haben sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamts ausgegeben, um in die Wohnung einer Frau zu gelangen. Die mit grüner Schutzkleidung ausgestatteten Gauner behaupteten, bei der Bewohnerin einen Abstrich machen zu müssen.  Die 23-Jährige öffnete den Männern aber nicht die Tür. Als sie die Dienstausweise der angeblichen Behörden-Mitarbeiter verlangte, behaupteten die Männer, diese im Auto vergessen zu haben. Dann verschwanden sie.
Auch im Harz tauchten falsche «Corona»-Tester an Wohnungstüren auf. Eine Frau und ein Mann in Schutzanzügen klingelten an einer Haustür in einem kleinen Ort. Sie sollten drinnen angeblich einen Test auf das «Corona»-Virus vornehmen. Auch sie konnten sich nicht ausweisen und machten sich aus dem Staub, bevor die Polizei kam.

Köln hält zur Sicherheit Ort des neuen Schutzmaterial-Lagers geheim
Köln (dpa) – Köln hält den Standort seines Logistikzentrums mit Schutzartikeln für die «Corona»-Virus-Krise geheim, um keine Kriminellen anzulocken. Stadtdirektor Stephan Keller verwies darauf, dass in einem Fall bereits 50.000 Atemschutzmasken in Kölner Kliniken gestohlen worden seien. Das zeige, dass Schutzausrüstung zu einem begehrten Gut geworden sei und Kriminelle anlocke. Köln hat das Logistikzentrum eingerichtet, um knappes Material wie Desinfektionsmittel zentral beschaffen und je nach Bedarf verteilen zu können.

Begehrte Beute: Desinfektionsmittel und Mundschutz
Einbrecher nehmen Dinge mit, denen Langfinger noch vor zwei Wochen keine Beachtung geschenkt haben, stellt die Polizei in Frankfurt/Main fest. Bei einem Einbruch in ein dortiges Restaurant stahlen die Eindringlinge neben Bargeld auch etwa 20 Flaschen Desinfektionsmittel sowie mehrere Packungen Mundschutz. Vermutlich wollen sie beides im Internet teuer verkaufen.


24.03.20  wel

Kriminelle nutzen Viren-Angst für Cyber-Attacken
Darmstadt (dpa) – Die Angst vor dem «Corona»-Virus nutzen Kriminelle vermehrt zu Cyber-Attacken. Wie die Polizei in Darmstadt mitteilt, verschicken sie dazu in gefälschten E-Mails Spionageprogramme. Die Mails tragen den Angaben zufolge meist den Absender von Gesundheitsämtern oder der Weltgesundheitsorganisation. Die Schadsoftware installiert sich sofort, sobald der Anhang geöffnet wird.
Die Polizei rät zur besonderen Vorsicht: Anhänge von unbekannten Absendern sollten nicht angesehen oder gar installiert werden.

Mann will «Corona» verbreiten und leckt Fahrkartenautomaten ab
München (dpa) – Ein Mann hat in München einen Fahrkartenautomaten und U-Bahn-Griffe abgeleckt, um nach eigener Aussage das Coronavirus zu verbreiten. Er filmte seine Taten und verbreitete das Video im Internet. Die Polizei nahm den 33-Jährigen vorübergehend fest. Gegen ihn wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Ob er tatsächlich mit dem «Corona»-Virus infiziert ist, das ist noch unklar. Der Mann ist getestet worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Anhusten als Angriff: Polizei ermittelt gegen Mann in Quarantäne
Greven (dpa) – Weil ein unter «Corona»-Verdacht stehender Mann im Münsterland absichtlich einen Polizisten angehustet haben soll, wird gegen ihn unter anderem wegen Körperverletzung ermittelt. Wie die Polizei jetzt  mitteilte, waren die Polizisten zu einer Wohnung in Greven ausgerückt, weil von dort jemand zu einer «Corona»-Party aufgerufen hatte.
Der dort anwesende 25 Jahre alte Mann soll den Beamten sehr aggressiv gegenüber getreten sein. Dann hustete er die Beamten sogar an. Dabei sagte er, er stehe unter Quarantäne, weil er Kontakt zu einem mit dem Virus Infizierten gehabt habe. Die Angaben stellten sich tatsächlich als korrekt heraus. Die Polizisten leiteten ein Strafverfahren wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz sowie Körperverletzung ein und unterbanden jegliche Versammlungen in der Wohnung.

Besenstiel-Attacke in der Warteschlange
Kamen (dpa) – Aus Unmut über mangelnden Abstand in der Warteschlange soll ein Mann (41) in einer Drogerie in Kamen mit einem Besenstiel auf einen hinter ihm Wartenden eingeschlagen haben. Das 46-jährige Opfer musste mit leichten Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Der 41-Jährige hatte die «Tatwaffe» gerade kaufen wollen. Nun leitete die Polizei ein Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung gegen ihn ein.


23.03.20  wel

«Corona»-Verstöße: Treffen und Partys aufgelöst
Neuruppin/Lauingen/Höchstädt (dpa) – In Neuruppin hat die Polizei am Wochenende gleich sechs größere Feiern und Sporttreffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgelöst. In allen Fällen wurde das Ordnungsamt eingeschaltet, das über Sanktionen entscheiden soll. In der Nacht zu Sonntag sind gleich zwei größere Partys im Stadtgebiet aufgelöst worden, weil die Gäste «zum einen die Lärmtoleranzschwelle der Bewohner erheblich strapazierten» und die Ansammlung zudem gegen die Eindämmungsverordnung gegen die «Corona»-Virus-Ausbreitung verstießen.
Zuvor waren in vier Fällen fast 30 junge Leute im Alter von elf und 36 Jahren von drei Sport- und Fußballplätzen sowie einem Spielplatz verwiesen worden. Aufgebrachte Anwohner hatten die Beamten alarmiert. In einem Fall ermittelt die Polizei, weil nach dem Erlass von Platzverweisen ein Spiegel an einem Streifenwagen zerstört wurde.
Trotz der Ausgangsbeschränkungen haben vier Männer aus dem Raum Höchstädt an der Donau (Landkreis Dillingen) gestern Abend eine Feier veranstaltet. Sie verabredeten sich im Garten eines Anwesens, entfachten ein Lagerfeuer und tranken Bier. Die Männer im Alter zwischen 21 und 25 Jahren zeigten sich beim Eintreffen der Beamten uneinsichtig. Erst nach «mehrfachem guten Zureden» und dem Hinweis, die Männer gegebenenfalls in Gewahrsam zu nehmen, lösten sie ihre Feier auf.

«Corona»-Streit artet in Schlägen aus 
Barleben (dpa) – Die Nerven liegen wegen des neuartigen Coronavirus mancherorts blank: Bei Barleben kam es am Samstagvormittag wegen der Sorge einer Ansteckung zu einer Rangelei. Ein 65-Jähriger fühlte sich beim Anstehen an der Kasse bedrängt weil ein hinter ihm stehender 48-Jähriger keinen Abstand hielt.
Der Streit eskalierte dann vor dem Geschäft zu einer «gegenseitigen Körperverletzung». Dabei zerriss der 65-Jährige die Jacke des jüngeren, der dem Mann laut Polizei daraufhin mit der Faust ins Gesicht schlug. Der 65-Jährige kam dadurch ins Taumeln und stürzte auf die Motorhaube des Autos eines Unbeteiligten. Diese wurde dadurch beschädigt. Die Polizei nahm von beiden Beteiligten Anzeigen wegen Körperverletzung auf.

Klopapier – gefragt wie nie 
Bremen/Nürnberg (dpa) – Ein Streit um Toilettenpapier hat in einem Bremer Supermarkt zu einer handfesten Auseinandersetzung geführt. Eine 41 Jahre alte Frau wollte die geltende Kaufbeschränkung auf nur eine Einzelpackung nicht akzeptieren. Die Kundin legte sich mit der Verkäuferin an und schubste sie. Ihr 45-jähriger Begleiter versetzte einem Kollegen der Angestellten sogar mehrere Faustschläge. Die Frau bekam Hausverbot, gegen den Mann wird wegen Körperverletzung ermittelt.
Einen Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise vermutet die Polizei auch bei einem Delikt in einer Kinderklinik in Bremen: Dort wurden 60 Flaschen mit Desinfektionsmittel von Unbekannten gestohlen.
Aus einer Nürnberger Grundschule wurden große Mengen Klopapier und Flüssigseife gestohlen. Das Schulpersonal hat den Diebstahl von mehr als 600 Rollen Toilettenpapier, neun Jumbo-Rollen Toilettenpapier und 20 Litern Flüssigseife bemerkt. Die Hygiene-Artikel im Wert von 250 Euro wurden aus einem Lagerraum der Schule entwendet.

Betrug mit Atemschutzmasken – 200.000 Euro erbeutet
Bremen (dpa) – Mit einem vorgetäuschten Angebot von Atemschutzmasken und anderen Medizin-Artikeln haben Betrüger knapp 200.000 Euro ergaunert. Mehrere Großabnehmer hatten bei dem angeblich in Bremen ansässigen Händler bestellt. Trotz Vorkasse soll aber keine Ware geliefert worden sein. Die Medizin-Artikel, die in der Corona-Krise vielerorts Mangelware sind, waren im Internet angeboten worden. Zugleich suchten die Betrüger bundesweit telefonisch nach Kunden. Die geprellten Abnehmer erstatteten Strafanzeige. Nachforschungen der Polizei ergaben, dass die Firmenadresse in Bremen nur eine Scheinanschrift war.