Dank «Encrochat»-Daten: Erfolge bei Strafverfolgung

Berlin (dpa/wel) – Die Berliner Staatsanwaltschaft will eine Entscheidung des Landgerichts gegen die Verwendung abgefangener Nachrichten aus dem Verschlüsselungsdienst  «Encrochat»  nicht hinnehmen. Die Staatsanwaltschaft Berlin werde mit Rechtsmitteln dagegen vorgehen, kündigte sie  kürzlich über Twitter an. Die Entscheidung des Landgerichts stehe im Gegensatz zu allen bisherigen Entscheidungen von Oberlandesgerichten. Daher wolle man eine «Überprüfung durch das Kammergericht herbeiführen».

Labor zur Herstellung von synthetischen Drogen – gefunden und ausgehoben durch die Auswertung von «Encrochat»-Daten.

Die Staatsanwaltschaft verwies dabei auf einen Bericht des «Spiegel», nach dem das Landgericht die Eröffnung eines Prozesses gegen einen Verdächtigen wegen Drogenhandels abgelehnt hatte, weil die abgefangenen «Encrochat»-Nachrichten nicht verwertet werden dürften.

Sogenannte Krypto-Handys von «Encrochat» wurden vor allem von Kriminellen genutzt. Der Polizei in den Niederlanden und Frankreich war es im vergangenen Jahr gelungen, mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten abzuschöpfen. 60.000 Teilnehmer hatten den aufwendig verschlüsselten Chatdienst genutzt. Die Kriminellen fühlten sich bei ihrer Kommunikation sehr sicher, weil die Technik angeblich nicht zu knacken war.

Ein Trugschluss, wie sich in den vergangenen Monaten herausstellte. Zurzeit berichten Polizeibehörden bundesweit verstärkt über Erfolge bei der Verfolgung vor allem der Rauschgift-Kriminalität. Sie seien auf die Auswertung von Dateien aus dem inzwischen abgeschalteten Netzwerk «Encrochat» zurückzuführen.

Foto: Polizei NRW

22.07.21 wel