Das doppelte Opfer

Unfreiwillig Drogenkurier

(XY-Spezial vom 30. Mai 2018)
Immer wieder werden Urlauber als Drogenkuriere missbraucht. Entweder verstauen die Kriminellen unbemerkt Drogen im Gepäck der ahnungslosen Urlauber. Oder sie bitten diese, scheinbar harmlose Gegenstände mitzunehmen, in denen Drogen versteckt sind. Werden die Urlauber mit der verbotenen Fracht erwischt, drohen ihnen – vor allem im Ausland – oft drakonische Strafen. Bis hin zur Todesstrafe.

XY-Szenenfoto

Die 21-jährige Veronique aus Badenstedt (Niedersachsen) hat einen neuen Freund – Luis, Deutsch-Peruaner aus Hannover. Der 28-Jährige will ihr seine Heimat zeigen und lädt sie zu einer Urlaubsreise nach Peru ein. Veronique, die aus einfachen Verhältnissen kommt, freut sich sehr auf die Reise.

Ein Höllentrip

XY-SzenenfotoAls sie Ende November 2014 nach zwei Wochen in Peru wieder nach Hause aufbrechen, folgt die böse Überraschung. In  Veroniques Gepäck  werden am Flughafen in Lima zwei Kilogramm weißes Pulver gefunden – Kokain. Veronique ist schockiert und beteuert immer wieder ihre Unschuld. Ihr Freund gesteht sogar vor Gericht, ihr das Koks unbemerkt ins Gepäck geschmuggelt zu haben. Dennoch wird Veronique verurteilt: Sieben Jahre Haft im berüchtigten Anden-Gefängnis „Ancon2“.

 

Nach 1.000 Tagen in einem der härtesten Gefängnisse der Welt kommt sie im Sommer 2017 frei und darf zurück nach Deutschland. Sie ist schwer traumatisiert. Der Weg zurück in die Normalität fällt ihr nicht leicht.

 Vorbeugetipps:

  1. Skeptisch bleiben, wenn einem die Geschichte des vermeintlichen Freundes nicht stimmig vorkommt; erstmal in der Nähe Urlaub machen, sich nicht gleich zu einer teuren Fernreise einladen lassen; Kontaktaufnahme der Betrüger oft über Flirtportale mit Umkreissuche;
  2. Facebook-Profile über Google-Bildersuche überprüfen, um mögliche Fake-Accounts zu erkennen;
  3. Nur Gepäck transportieren, das selbst gepackt wurde, denn Rauschgift kann überall versteckt sein;
  4. Gepäck auch am Flughafen nochmal überprüfen, Gauner jubeln Opfern Drogen oft auch erst dort unter und holen es sich am Ziel wieder zurück;
  5. Gepäck nie unbeaufsichtigt lassen;
  6. Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts beachten.