Das Gold gab es nicht

Millionenschwindel mit Fake-Shops

Hannover (dpa) – Die Polizei hat eine Bande falscher Goldhändler enttarnt, die mit Betrug im Internet allein vergangenes Jahr in Deutschland einen Schaden von etwa zwei Millionen Euro angerichtet hat. Die Masche der internationalen Tätergruppierung: Wer im Internet günstig Gold oder andere Edelmetalle kaufen wollte, wurde auf die Seiten von Webshops gelotst, die gar nicht existierten.

Betroffen von den Taten sei der ganze deutschsprachige Raum, teilte das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen in Hannover jetzt mit. An den Ermittlungen waren auch das LKA in Bayern und die auf Cyberkriminalität spezialisierten Staatsanwaltschaften in Verden und Bamberg beteiligt.

«Neukunden-Rabatte» lockten Opfer an 
Die Täter lockten gutgläubige Goldkäufer vor allem mit angeblichen hohen Neukunden-Rabatten. Wer etwas bestellte, erhielt erst eine telefonische Bestätigung und dann per Mail eine Bankverbindung für die Anzahlung. Von dort leiteten die Betrüger das Geld mit Hilfe angeworbener Finanzagenten schnell auf eigene Konten weiter.

Die Programmierer der falschen Webseiten saßen in Deutschland und nutzten verschlüsselte Kommunikation, die aber enttarnt wurde. Durchsuchungen in Deutschland brachten der Polizei Hinweise auf einen Computerserver in Malaysia in Asien. Dieser konnte beschlagnahmt werden. Damit gingen im Januar die betrügerischen Webseiten vom Netz. Angaben zu Festnahmen oder Verhaftungen macht die Polizei nicht.

Die Spuren der Hintermänner führten in die Türkei, nach Marokko, Malaysia und Thailand, heißt es. Trotz dieser Internationalität hatten die Täter ausschließlich auf Deutsch kommuniziert.

Symbolfoto:  Thorben Wengert / PIXELIO   (Bildbearbeitung: e110)

11.02.20 wel