Das Profil verrät Verbrecher

Kieler LKA nutzt neue Schuh-Datenbank

Kiel (dpa) – Bei der Suche nach Verbrechern setzt die Polizei in Schleswig-Holstein verstärkt auf die Entschlüsselung von Schuhspuren. Das Kriminaltechnische Institut hat eine der bundesweit größten Referenzmuster-Datenbanken gekauft, teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA) mit. Ermittler können für den Sohlenvergleich von Schuhabdrücken nun auf Informationen zu rund 28.000 Modellen zurückgreifen. Kosten für die Datensammlung: 80.000 Euro.

Nach dem Mord an einem älteren Mann 2013 führte ihre ältere Datenbank die Ermittler auf die richtige Spur. Der Täter hatte den pflegebedürftigen Mann getötet und die Leiche an einem Kanal abgelegt. Erst Tage später wurde das Opfer gefunden. Zwar hatte der Lebensgefährte einer Pflegekraft den Tatort gründlich gereinigt. Kriminaltechniker machten mit Hilfe von Chemikalien aber Reste von Blutspuren sichtbar, die Fragmente eines Schuhabdrucks enthielten. Pech für den Täter: Er hatte einen selten verkauften Schuh getragen, dessen Muster in der Datenbank enthalten war.

Die Kriminaltechniker in Schleswig-Holstein bearbeiten im Zusammenhang mit Schuhspuren pro Jahr zwischen 1.200 und 1.500 Untersuchungsanträge mit bis zu 4.500 Asservaten. Etwa drei Viertel davon sind Schuhspuren. Die restlichen Asservate sind in der Regel sichergestellte Schuhe.

Symbolfoto:  Peter Smola / pixelio.de

14.08.19 wel