Das virtuelle Klimpern im Wallet – Sichergestellte Bitcoins bereichern Landeskasse

Bitcoin ist eine von mehreren Formen virtuellen Geldes, das in Computernetzen verwaltet wird.

Osnabrück (dpa) – Das Land Niedersachsen hat laut einem Medienbericht mit der Verwertung sichergestellter Summen in Krypto-Währungen seit 2010 gut 410.000 Euro eingenommen. Die Ermittler hätten technische Möglichkeiten, um Bitcoin-Zahlungen nachzuvollziehen und so Waffen- und Drogenkäufe, aber auch Erpressungen aufzudecken, zitiert die  «Neue Osnabrücker Zeitung»  Kriminalkommissar Benjamin Teichmann von der «Taskforce Cybercrime und digitale Spuren» der Polizei Osnabrück.

Drei Staatsanwaltschaften – Göttingen, Verden und Osnabrück – übernehmen in Niedersachsen die Verwertung von Krypto-Währungen. Seit 2010 seien durch den Verkauf von Digitalwährungen wie Bitcoin oder Bitcoin Cash 413.146,34 Euro in die Landeskasse geflossen, teilt das niedersächsische Justizministerium mit. In diesem Jahr lag der Ertrag bei bislang 450 Euro.

Virtuelles Geld wird schnellstmöglich umgetauscht 
Oft bezahlen Kriminelle im abgeschotteten Bereich des Internets, im sogenannten «Darknet», mit Kryptowährungen wie Bitcoin. Für die Erlöse aus Geschäften mit Drogen, Geldwäsche oder digitalen Erpressungen ist kein Bankkonto nötig. Die Digitalwährungen liegen in digitalen Portemonnaies, den sogenannten «Wallets». Auch die Behörden haben inzwischen eigene Wallets, um das virtuelle Geld sicherstellen zu können. Es wird bei einer Verurteilung eingezogen und gegen echte Währung wie Euro eingetauscht. Dieses Geld fließt dann in die Landeskasse.

Die Wechselkurse für Krypto-Währungen beim Umtausch in reales Geld schwanken. Doch die Behörden spekulieren nicht. «Virtuelle Währungen werden verwertet, sobald dies rechtlich möglich ist», sagt Christian Lauenstein, Sprecher des niedersächsischen Justizministeriums.

Symbolfoto:   Jens Kalaene / dpa

09.10.18  wel