Zielstrebig zum Wandtresor

Kannten sich Räuber am Tatort aus?

(XY-Sendung vom 13. Januar 2021)
Ein Raubüberfall auf eine wohlhabende, alleinstehende Dame in Lennestadt in Nordrhein-Westfalen wirft Fragen auf. Denn die Täter bewegen sich im vermeintlich fremden Anwesen, als würden sie sich dort ziemlich gut auskennen.

XY-Szenenfoto

In der Nacht zum 16. Februar 2020 umgehen zwei unbekannte Männer geschickt die Bewegungsmelder vor dem Anwesen ihres späteren Opfers. Innerhalb kürzester Zeit manipulieren sie das elektrische Garagentor so, dass es sich öffnet. Dann überwinden sie zwei Stahltüren, darunter eine Brandschutztür. In völliger Dunkelheit überraschen sie ihr schlafendes Opfer im Bett. Was die Täter vermutlich nicht wissen: Die Frau hatte erst vor kurzem eine Lungenembolie und darüber hinaus Herzprobleme. Die Attacke hätte also tödlich enden können.

Der Tatort befindet sich in Lennestadt.

Todesangst
Mit roher Gewalt hält der Haupttäter sein Opfer fest und fixiert es mit seinem eigenen Körpergewicht im Bett. Die Frau – so erzählt sie später der Polizei – wehrt sich tapfer, ist jedoch völlig unterlegen. Die Täter fordern Geld. Schließlich nennt die Frau ihnen das Versteck der Safe-Schlüssel. Zielstrebig hängt einer der Täter im Wohnzimmer von den vielen Bildern genau dasjenige ab, hinter dem sich der Wandtresor versteckt. Mit dem passenden Schlüssel öffnet der Täter den Safe und räumt ihn aus. Zur Beute gehört außerdem der Inhalt zweier Geldbeutel.

Diese Spitzzange ließen die Täter am Tatort zurück.

Der Haupttäter soll anschließend sein Opfer erneut traktiert haben. Nach Polizeiangaben drückt er der Frau sogar ein Kopfkissen aufs Gesicht, bis sie auch das Versteck eines zweiten Tresors preisgibt. Inhalt: Bargeld, Ringe und zwei wertvolle Uhren. Außerdem erbeuten die unbekannten Männer zwei Louis-Vuitton-Handtaschen. Schließlich lassen sie von ihrem Opfer ab. Sie sperren die an Händen und Füßen gefesselte Frau im Schlafzimmer ein und flüchten.

Phantombild: So soll einer der Täter ausgesehen haben.

Täterbeschreibungen:

  • Haupttäter: vermutlich Osteuropäer, etwa 30 Jahre alt, 1,75 bis 1,80 m groß, schlank, glatte junge Gesichtshaut.
    Kleidung: dunkle Wollmütze, dunkler Anorak aus rauem Stoff, dunkle Hose, dunkle Handschuhe mit gummierter  rauer Innenseite.
  • Komplize: vermutlich ebenfalls Osteuropäer, etwas älter, kleiner und dicker als der Haupttäter, stämmige Figur.
    Kleidung: dunkle Wollmütze, dunkle Jacke, dunkle Hose, dunkle Handschuhe.

Geraubte Gegenstände:

  • Damenuhr «Cartier Panthere» , 750er Gold, 18 Karat, Individualnummer auf Gehäuse-Rückseite eingraviert; wurde ungefähr 1985 für 15.000 DM gekauft; heutiger Wert: ca. 24.000 Euro;
  • Herrenuhr «Rolex» , gekauft etwa 1980;
  • Handtasche «Louis Vuitton» , Modell «Speedy Bandouliere» mit Schulterriemen, Canvas-Monogramm, 30 cm ohne Schloss, Code: RI0168;
  • Handtasche «Louis Vuitton» , Modell «Pochette Felicie», Leder, schwarz mit Taschenverlängerung;
  • fünf verschiedene Fingerringe.

    Geraubt: (v. l.) Damenuhr «Cartier Panthere», «Rolex»-Herrenuhr, «Louis Vuitton Speedy Bandouliere» und «Louis Vuitton Pochette Felicie».

Belohnung: Für Hinweise, die zur Aufklärung des Verbrechens führen, ist eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Zuständig: Kripo Olpe, Telefon: 02761 / 92 69 60 60
(ab 14. Januar: 02761 / 92 69 0)